Archive for Mai 2009

Update

Mai 30, 2009

Heyhey,

Eigentlich wollte ich mich gerade hinlegen und noch ein Stündchen die Augen zu machen, bevor es per Limousine nach San Francisco geht, wo wir gebührend Isis 21. Geburtstag feiern, aber ich glaub, ich schulde euch mal wieder ein kleines Update. Jetzt muss ich mich erst einmal anstrengen und überlegen, was denn in der Zwischenzeit so passiert ist. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug. Fange ich am besten mal beim letzten Wochenende an. Freitag ging es nach San Francisco, ein paar Neighborhoods erkunden, denn schließlich wollen wir San Francisco auch in und auswendig kennen, bevor wir uns hier schon in zwei Wochen (!!!) verabschieden müssen. Samstag hat der Wecker um halb 7 in aller Frühe geklingelt, denn der letzte Bundesligaspieltag durfte natürlich nicht verpasst werden! Abschließend stand ein „Funtrip“ nach Sacramento an, wo wir Arnie einen kleinen Besuch abstatten und uns anschließend Old Sacramento anschauen wollten. Kann man alles einmal gesehen haben, ist aber ehrlich gesagt auch nicht weiter spektakulär gewesen. Naja, bei kostenlosem Bus hin und zurück wäre man schön blöd gewesen, das nicht noch mitzunehmen. Und dank wunderbarem Wetter und einem leckeren Eis war es alles in allem auch ein netter Ausflug. Samstag Abend hatten wir eigentlich geplant, eine Bar in Hayward zu erkunden, da wir, obwohl wir jetzt nun schon seit 2 Monaten hier sind, von Hayward noch nichts gesehen haben, wenn man mal den Supermarkt und die Autovermietung außen vor lässt. Irgendwie ist das dann aber doch alles ins Wasser gefallen und wir haben eine kleine, aber feine Appartementparty gestartet. Viel zu spät ging es ins Bett und dementsprechend träge waren wir alle am nächsten Morgen. Also haben wir uns nach dem Brunch alle noch ein bisschen Schlaf gegönnt, bevor es wieder Richtung San Francisco ging, um dort das Auto für den Montag (Memorial Day und damit Unifrei) abzuholen. Wir sind dann bei leider weniger freundlichem Wetter noch gut 3 Stündchen durch San Francisco gecruist, bevor wir uns auf die Suche nach einer netten Bar gemacht haben. Irgendwie sind wir wieder im Castro Viertel gelandet und was da abgeht, kann man wirklich kaum in Worte fassen, sondern muss man einfach mal miterlebt haben. Herrlich! Weil die Jungs aus irgendeinem Grund nicht so gerne im Castro feiern gehen wollten, sind wir dann aber auch nach einer Weile weitergezogen und waren, wie kann es sein, letztendlich wieder viel zu spät im Bett. Mit erheblichem Schlafmangel haben wir uns am nächsten Morgen schon wieder um 8 Uhr getroffen, um unseren Ausflug nach Stanford zu starten. Stanford ist eine der Eliteunis hier, was wohl auch 25000$ Tuition Fees pro Quarter andeuten. Auch beim Campusvergleich kann die gute CSUEB dann nicht so ganz mithalten ;-). Von dort aus ging es ins Outlet Richtung Gilroy und gegen Abend geschafft aber hochzufrieden heim. Auch wenn es insgesamt sehr anstrengend war, war es doch wie immer ein schönes Wochenende! Ebenfalls wie immer musste daraufhin während der Woche jede Menge Unikrams aufgeholt werden, aber irgendwie lässt es sich letztendlich doch immer bewältigen. Ja, und jetzt steht schon wieder das Wochenende vor der Tür. Gestern haben wir in Isis Geburtstag hereingefeiert und heute können wir dann endlich ohne jegliche Bedenken feiern gehen! Und habe ich euch schon erzählt, wer morgen hier auf unseren Campus kommt? Jahaaa, Ludacris höchst persönlich J! Das lass ich mir natürlich nicht nehmen!

So, ich muss dieses etwas knapp geratene Update leider auch schon wieder beenden, denn die Dusche wartet auf mich.

Schicke euch sonnige Grüße (ich habe einen tollen T-Shirt Ärmel Sonnenbrand auf den Armen und kann jetzt heute abend nicht mal ein Top anziehen, ohne mich lächerlich zu machen ;-)) Hoffe, ihr seid alle wohlauf!

Kathrin

Yosemite National Park

Mai 18, 2009

Ratet mal, wo ich gerade bin? Jahaaaaa, wir liegen doch tatsächlich am Strand von Santa Cruz, lauschen dem Meer und den Seelöwen und lassen uns die Sonnen auf den Pelz scheinen! Herrlich! So kann man es aushalten…aber ich fang am besten mal von vorne an:

Die ersten Midterms und Paper waren eigentlch ganz erfolgreich. Ich kann euch voller Stolz berichten, dass in einem der beiden Kurse meine Article Summary sogar als Musterbeispiel auf unserer Online Plattform hochgeladen wurde und der beste Test ebenfalls meiner war…bin dementsprechend hochzufrieden (auch wenn ich mir so rein gar nichts dafür kaufen kann), aber vor allem fällt es mir schwer zu begreifen, wie das sein kann…

Die Anderen haben bisher ähnliche Erfahrungen gemacht; offensichtlich scheint das deutsche Bildungssystem (zumindest im Vergleich zum Amerikanischen) wohl doch nicht das schlechteste zu sein…

Am Freitagmorgen stand dann endlich das Wochenende im Yosemite Park vor der Tür, beginnend mit einem 30$ Strafzettel für fehlenden Parkschein. Hier steht noch ein Beschwerdebesuch beim Police Office an, da uns völlig unbegreiflich ist, in welcher der 30sek, die wir jeweils im Appartement waren, um unsere Ausrüstung zu holen und in den Kofferraum zu laden, der Strafzettel ausgestellt wurde. Natürlich haben wir uns nicht die Laune verderben lassen und bei bestem Sommerwetter und aufgedrehter Musik konnte es losgehen. Nach etwa einer halben Stunde stimmte das Navi, das wir dank Tim dabei hatten, so gar nicht mehr mit unserer Route überein und wir mussten feststellen, dass wir doch tatsächlich im Vorführungsmodus gefahren waren. Irgendwie waren wir aber gar nicht sooo falsch gefahren, sodass wir schon wenige Minuten später auf den Highway auffahren konnten, der uns von nun an schnurstracks (und das im wahrsten Sinne des Wortes) Richtung Yosemite führte. Die nächste Blamage ließ dennoch nicht lange auf sich warten: unser Tank wollte gefüllt werden! Ohne jeglichen Schimmer, wieviel so ein Tank fasst und wieviel uns das wohl kosten würde (gezahlt wird hier, bevor man tankt), vereinbarten wir mit der Tankwärtin, dass wir ihr einfach Geld geben und den Tank vollmachen würden und anschließend das Restgeld zurück bekämen. So weit, so gut, aber wieviel Geld sollten wir der Guten jetzt in die Hand drücken? Nach kurzem Zögern entschieden wir uns für 40$ , für die wir unseren Tank letztendlich wohl zwei mal hätten füllen können. Die nächste Hürde bestand darin, den Tankdeckel zu öffnen (was eigentlich gar nicht so schwierig ist, wenn man in die richtige Richtung dreht) und schließlich den Tankschlauch (wie nennt man das Teil denn richtig?) bis zum Tank zu ziehen.  Zu dritt mussten wir uns an den Schlauch hängen, da wir offensichtlich nicht ganz so optimal geparkt hatten. Von den anderen Tanksäulen schon belächelt, haben wir die ganze Situation letztendlich aber (fast) souverän gemeistert. Ohne weitere Zwischenfälle und nach insgesamt 4-stündiger Fahrt erreichten wir gegen Mittag unseren Campingplatz, schön mitten im Wald gelegen und inklusive Feuerstelle, Holztisch und -bänken sowie großer Bärenbox für unsere Lebensmittel. Ruckzuck stand dann auch unser Zelt und wir konnten uns Richtung Hetch Hetchy aufmachen, wo ein Stausee und erste Wasserfälle auf uns warteten. Für den Samstag hatten wir eine Wanderung zu den Lower und Upper Yosemite Falls geplant. Hätten wir vorher auch nur die leiseste Ahnung davon gehabt, was da auf uns zukommen würde, hätten wir uns die ganze Sache wohl noch einmal durch den Kopf gehen lassen, aber so kämpften wir uns drei Stunden lang die steinigsten Pfade hinauf. 1000 Höhenmeter auf einer Strecke von 5000m verlangten uns wirklich alles ab und die Strecke hätte wirklich keinen Meter länger sein dürfen. Irgendwie und irgendwann kamen wir dann aber oben an und wurden mit einer entsprechenden Aussicht belohnt. Dummerweise folgt nur auf einen Aufstieg auch immer ein weniger motivierender Abstieg, der zudem durch Schotter, Sand und kleine Felsen erschwert wurde. Mit höchster Vorsicht und zitternden Knien kletterten wir also Meter für Meter wieder hinunter. Wenn ich euch sage, dass wir uns am nächsten Morgen vor lauter Muskelkater kaum bewegen konnten, ist das vermutlich nicht weiter verwunderlich. Den Abend haben wir dann mit einem ordentlichen Schmaus aus selbst gegrillten Würstchen (dank Isi, unserer Feuermeisterin), Dosenspaghetti, Toast, Käse, Bier und Wein ausklingen lassen. Vor lauter Warnungen und dadurch hervorgerufenen Ängsten, die Nächte würden so richtig kalt werden, hatten wir uns im Vorfeld mit warmen Schlafsäcken, Fleece- und Bettdecken und den wärmsten Klamotten ausgestattet, um uns dann letztendlich stündlich ein Kleidungsstück vor lauter Hitze vom Leib zu reißen. Aber besser so als anders herum! Am Sonntag waren wir, wie bereits angedeutet, darauf bedacht, uns so wenig wie möglich zu bewegen. Wir hatten das Glück, dass der Glacier Point, der normalerweise erst Ende Mai öffnet, schon zugänglich war, und ich muss sagen, dass man sich kaum eine tollere Aussicht beim Bagel-Frühstück vorstellen kann. Fast hätten wir noch eine weitere Nacht im Park verbringen müssen (oder dürfen?), da Corinna auf einmal den Autoschlüssel nicht mehr wiederfinden konnte, sich aber letztendlich daran erinnerte, wo er ihr aus der Hosentasche gefallen sein könnte. Also machte Isi einen kurzen Ausflug in die Böschung und wir konnten weiterfahren. Es war schon ein seltsames Gefühl, bei offenen Fenstern und Sommerkleidung im Auto zu sitzen, während um einen herum eine dicke Schicht Schnee lag. Einmalig! Nach einem wirklich tollen, aber (wie soll es anders sein) viel zu kurzem Wochenende war die Ausicht auf eine Dusche das einzig Positive, was wir unser Heimfahrt abgewinnen konnten. So ein Miniurlaub ist schon etwas Feines! Die Woche enttäuschte unsere Erwartungen nicht und begann entsprechend bescheiden. Bei schönstem Wetter habe ich eigentlich jede freie Minute an meinem verdammten Schreibtisch verbracht, um alle ausstehenden Assignments noch rechtzeitig fertig zu bekommen. Zum Glück hatte ich wenigstens den heutigen Strandtag vor Augen…und weil es nun so weit ist und ich am Strand liege, möchte ich auch keine weiteren Gedanken an blöde Midterms, Projects und Presentations verschwenden, sondern nur noch den Stift beiseite legen  und die Seele in der Sonne baumeln lassen…

(kleine Anmerkung von Sonntagabend: Danke, liebe Sonne, für den wunderbaren Sonnenbrand und die Brandblasen unter den Füßen vom heißen Sand…es wäre schön, wenn ich bald wieder schmerzfrei laufen und sitzen könnte ;-)…)

Beste Grüße,

Kathrin

…nicht einmal mehr vier Wochen! Ich will hier gar nicht weg! Können wir die Zeit anhalten?

After-Midterm-Report

Mai 4, 2009

Es ist wieder einmal Sonntag und ich freue mich gerade darüber, dass ich meine wöchentliche „laundry“ hinter mich gebracht habe. Die Midterm-Woche ist Gott sei Dank vorbei, sodass ich mir heute einen ganz entspannten Sonntag leisten kann. Leider gibt das Wetter nicht sonderlich viel her, aber so habe ich immerhin die Gelegenheit, euch auf den neusten Stand zu bringen. Nach der erfreulichen Nachricht am vorletzten Donnerstag, dass der Midterm auch zwei Take-Home Essays enthält, musste ich den Trip ins Napa Valley leider canceln und mein Wochenende stattdessen in einem kleinen Study Raum verbringen. Zum Glück war ich nicht die einzige, die noch einiges zu tun hatte, sodass wir mit vier, fünf Leuten zusammensaßen. Die Essays haben einfach viel zu viel Zeit in Anspruch genommen und zusätzlich musste ich mich ja auch noch inhaltlich auf zwei Midterms vorbereiten.

Trotz Lernerei hat aber dann doch irgendwie alles halbwegs entspannt funktioniert und nun warte ich mal gespannt auf die Ergebnisse. Es ist ein Phänomen, mit welcher Gelassenheit einige amerikanische Studenten mal locker 15 min zu spät zur Prüfung kommen, um dann nach 8 ½ Minuten wieder abzugeben und nach Hause zu gehen. Zu dieser Zeit hatte ich nicht einmal die Hälfte meiner Fragen durchgelesen, aber nun ja, hier ist das anscheinend nichts Bemerkenswertes…auf jeden Fall wurde dem Ganzen keine besondere Beachtung geschenkt. Obwohl die Midterms vorbei sind, geht es leider direkt weiter. 3 neue Article Summaries wollen geschrieben und ein Web-based Training will entwickelt werden, hinzu kommt natürlich jede Menge Leserei und da das ganze nächste Wochenende schon verplant ist, muss ich wohl oder übel ab Morgen direkt wieder voll durchstarten! Das Wetter in der letzten Woche hat dann auch nicht gerade zu guter Laune beigetragen: erst richtig kalt und windig und dann auch noch strömender Regen! Andererseits habe ich so in den vielen Stunden im Study Raum nicht auf wertvolle Sonnenstrahlen verzichten müssen. So ging es dann am Freitag auch bei strömendem Regen zum Baseball nach San Francisco! Mit vier Pullovern und Wolldecke (Mama, was wäre ich ohne dich ;-)) ausgestattet, fühlten wir uns gerüstet für den Abend. Bis zuletzt hatten wir gehofft, der Regen würde Erbarmen mit uns haben, aber nein…es hat ununterbrochen geschüttet.

Nach 10 Minuten auf unseren eigentlichen Plätzen, zusammengekauert unter unseren Regenschirmen, haben wir es uns dann auf einer überdachten Tribüne gemütlich gemacht. Mit Sebastians Hilfe habe ich dann auch langsam die Regeln begriffen, sodass es gegen Ende sogar (fast) ein bisschen spannend wurde! Es kam mir seltsam bekannt vor, dass auch beim Baseball die meisten Leute irgendwann nach Beginn völlig entspannt eintrudelten (mit einer großen 7$ – Portion Garlic-Fries und einem 9$-Bier) und, Spannung hin oder her, schon vor Spielende sich wieder auf den Heimweg machten. Man könnte fast meinen, dass Pommes und Bier (oder was es sonst noch so zu Wucherpreisen zu kaufen gab) der eigentliche Grund sind, wieso man sich hier zu einem Baseball-Spiel begibt. Auch wenn Baseball jetzt nicht gerade eine Sportart ist, die einen vor lauter Action vom Hocker reißt, fand ich es doch richtig gut, mal dabei gewesen zu sein. Und mit einer Tüte sunflower seeds war man auch in den weniger aufregenden Momenten gut beschäftigt…

Aufgrund des anhaltenden schlechten Wetters am Samstag hatten wir Mädels die Wahl zwischen Museum, Kino und Shoppingtour. Vermutlich entgegen eurer Erwartungen, haben wir uns doch tatsächlich für das Museum entschieden und zwar das „Exploratorium, a museum of science, art and human perception“, angeblich eines der besten Museen der USA. Das Museum war viel mehr ein riesengroßer Spielplatz mit unzähligen kleinen Stationen, an denen man die verschiedensten Dinge ausprobieren konnte…von der Simulation einer Düne bis hin zu den tollsten Phänomenen der Wahrnehmung war wirklich alles dabei! Total begeistert haben wir alles ausprobiert, immer wieder gestaunt und uns faszinieren lassen. Da hat es auch kaum gestört, dass wir ansonsten größtenteils von Kiddies zwischen 6 und 13 umringt waren. Besonders im Bereich der Wahrnehmung habe ich mein halbes Studium wiedergefunden, was mich in die reinste Euphorie versetzt hat! So hat sich dieser (dann doch nicht ganz so regnerische) Samstag wirklich ausgezahlt! Abends ging es ähnlich gut weiter, nach dem Kulturprogramm wollten wir uns mal wieder eine Clubbing-Nacht in San Francisco gönnen. Mit 15 Leuten und zwei großen Taxis ging es Richtung San Francisco, wo wir uns dann auf der Tanzfläche ordentlich ausgepowert haben! Bis hierhin war das Wochenende also ein voller Erfolg und auch ein etwas ruhigerer Sonntag (an dem ansonsten wahrscheinlich Langeweile aufkommen würde) kommt heute allen entgegen.

Neben Uni und Wochenendplanung ist die „Swine Flu“ hier das Thema Nummer 1. Keiner kann so recht einschätzen, ob wir uns angesichts der Nähe zur mexikanischen Grenze nun in wirklicher Gefahr befinden oder ob alles halb so wild ist. Zusätzlich gehen natürlich noch 98401 Gerüchte herum, sodass man letztendlich gar nicht mehr weiß, woran man eigentlich ist. Aber es ist schon komisch, wenn man am I-House-Office vorbeiläuft und das Mädel hinter der Theke einen Atemschutz trägt oder Zwei von uns Deutschen vor lauter Sorge nur maskiert zum Baseball-Spiel gehen…

Alles, was wir von Uni und I-House-Seite bisher an Informationen bekommen haben, war eine hilfreiche Mail, die aus genau vier Bildern bestand: eine Schale Obst, ein Mann auf einem Laufband, ein offenes Fenster und eine Frau, die sich die Hände wäscht! An dieser Stelle vielen Dank für diese wertvollen und innovativen Ratschläge ;-)…

Es ist kaum zu glauben, aber die Hälfte unserer Zeit hier in Hayward liegt bereits hinter uns! Schon jetzt verfallen wir regelmäßig in Trauer und Sentimentalität, wenn wir darüber nachdenken, dass der ganze Spaß nur noch 6 Wochen dauert und man sich (wenn überhaupt) nur noch sporadisch sieht, wo man doch jetzt so schrecklich viel Zeit miteinander verbringt und das Gefühl hat, sich schon ewig zu kennen…

Und mit wem wird man die ganzen Erfahrungen, Erlebnisse und Anekdoten dann teilen?

Damit ihr schon mal ein bisschen vorbereitet seid, habe ich für euch einige der wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen im Aufeinandertreffen mit der amerikanischen sowie asiatischen „Kultur“ zusammen geschrieben. Vermutlich könnt ihr mit den meisten Punkten gar nichts anfangen, aber ich dachte, ich lass euch mal ein bisschen an dem teilhaben, was uns hier so bewegt ;-)….

Los geht’s…

  • Asiaten machen tatsächlich ununterbrochen „ohhhhh“ und „ahhhhh“
  • Asiaten genehmigen ihrem Gesicht jeden Morgen und Abend eine Gesichtsmassage, indem sie sich 5 Minuten das Gesicht abklopfen
  • Amerikaner kommen tatsächlich im Trainingsanzug in die Uni
  • In amerikanischen Toiletten steht das Wasser bis oben hin, sodass (angeblich) keine Klobürsten gebraucht werden
  • Wenn du „How are you doing today?“ gefragt wirst (und das wirst du gefühlte 34794 pro Tag), erwartet niemand eine Antwort von dir
  • Auf dem Highway darfst du nur die linke Spur benutzen, wenn mehr als 2 Leute in deinem Auto sitzen.
  • Fährst du 45 statt 35 m/hour und wirst erwischt, kannst du locker $1000 blechen.
  • Asiaten lassen immer und überall das Licht brennen (egal wie oft man es wieder ausknipst, am nächsten Morgen ist die ganze Bude beleuchtet)
  • Die Äpfel aus den Dining Commons zeigen auch nach vier Wochen nicht die leiseste Veränderung, erzählte man uns (Woran das wohl liegen mag?)
  • „No means no“ in Kalifornien (und wir uns Studenten in einer Power Präsentation explizit mit auf den Weg gegeben)
  • Nirgendwo schläft es sich besser als in der BART…
  • Ja, amerikanischen Studenten sind sich nicht sicher, ob die Katholiken dem Christentum angehören
  • Patrick vom I-House Staff vergibt Punkte dafür, wie gut wir geputzt haben (Danke Patrick, dass du uns wie 7-Jährige behandelst!)
  • Das I-House hat nichts besseres zu tun, als um 11 Uhr jede noch so kleine Party zu stürmen, penibel darauf zu achten, dass keine Unter-21-Jährigen anwesend sind und anschließend Verwarnungen per Mail zu verschicken und mit Community Service zu drohen
  • Kein Alkohol in der Fahrerkabine deines Autos! Wenn dein Kofferraum von der Kabine abgetrennt ist, hast du Glück: dort ist es dann erlaubt! (Juchhuu, wer wollte nicht schon immer in seinem Kofferraum Alkohol trinken?)
  • Der meist gehörte Satz in den Vorlesungen ist unangefochten „Does this make any sense?“ (Ja, rede weiter, verdammt!)
  • Asiaten geben sich Namen amerikanischer Prominenter, um uns nicht zu überfordern
  • Unser Soccer-Coach ist ziemlich cool und genau so, wie man sich einen amerikanischen Trainer vorstellt; zudem hat er ein bisschen was von dem Bauern Patcha aus „Königreich für ein Lama“

So, das war es fürs Erste! Nächstes Wochenende campe ich mit Isi und Corinna im Yosemite-National Park! Sofern wir nicht von Bären gefressen werden, werde ich euch sobald wie möglich davon erzählen, wie wir sie erfolgreich verjagt haben (oder ihnen hoffentlich erst gar nicht begegnet sind!)

Liebe Grüße,

Kathrin