Yosemite National Park

Ratet mal, wo ich gerade bin? Jahaaaaa, wir liegen doch tatsächlich am Strand von Santa Cruz, lauschen dem Meer und den Seelöwen und lassen uns die Sonnen auf den Pelz scheinen! Herrlich! So kann man es aushalten…aber ich fang am besten mal von vorne an:

Die ersten Midterms und Paper waren eigentlch ganz erfolgreich. Ich kann euch voller Stolz berichten, dass in einem der beiden Kurse meine Article Summary sogar als Musterbeispiel auf unserer Online Plattform hochgeladen wurde und der beste Test ebenfalls meiner war…bin dementsprechend hochzufrieden (auch wenn ich mir so rein gar nichts dafür kaufen kann), aber vor allem fällt es mir schwer zu begreifen, wie das sein kann…

Die Anderen haben bisher ähnliche Erfahrungen gemacht; offensichtlich scheint das deutsche Bildungssystem (zumindest im Vergleich zum Amerikanischen) wohl doch nicht das schlechteste zu sein…

Am Freitagmorgen stand dann endlich das Wochenende im Yosemite Park vor der Tür, beginnend mit einem 30$ Strafzettel für fehlenden Parkschein. Hier steht noch ein Beschwerdebesuch beim Police Office an, da uns völlig unbegreiflich ist, in welcher der 30sek, die wir jeweils im Appartement waren, um unsere Ausrüstung zu holen und in den Kofferraum zu laden, der Strafzettel ausgestellt wurde. Natürlich haben wir uns nicht die Laune verderben lassen und bei bestem Sommerwetter und aufgedrehter Musik konnte es losgehen. Nach etwa einer halben Stunde stimmte das Navi, das wir dank Tim dabei hatten, so gar nicht mehr mit unserer Route überein und wir mussten feststellen, dass wir doch tatsächlich im Vorführungsmodus gefahren waren. Irgendwie waren wir aber gar nicht sooo falsch gefahren, sodass wir schon wenige Minuten später auf den Highway auffahren konnten, der uns von nun an schnurstracks (und das im wahrsten Sinne des Wortes) Richtung Yosemite führte. Die nächste Blamage ließ dennoch nicht lange auf sich warten: unser Tank wollte gefüllt werden! Ohne jeglichen Schimmer, wieviel so ein Tank fasst und wieviel uns das wohl kosten würde (gezahlt wird hier, bevor man tankt), vereinbarten wir mit der Tankwärtin, dass wir ihr einfach Geld geben und den Tank vollmachen würden und anschließend das Restgeld zurück bekämen. So weit, so gut, aber wieviel Geld sollten wir der Guten jetzt in die Hand drücken? Nach kurzem Zögern entschieden wir uns für 40$ , für die wir unseren Tank letztendlich wohl zwei mal hätten füllen können. Die nächste Hürde bestand darin, den Tankdeckel zu öffnen (was eigentlich gar nicht so schwierig ist, wenn man in die richtige Richtung dreht) und schließlich den Tankschlauch (wie nennt man das Teil denn richtig?) bis zum Tank zu ziehen.  Zu dritt mussten wir uns an den Schlauch hängen, da wir offensichtlich nicht ganz so optimal geparkt hatten. Von den anderen Tanksäulen schon belächelt, haben wir die ganze Situation letztendlich aber (fast) souverän gemeistert. Ohne weitere Zwischenfälle und nach insgesamt 4-stündiger Fahrt erreichten wir gegen Mittag unseren Campingplatz, schön mitten im Wald gelegen und inklusive Feuerstelle, Holztisch und -bänken sowie großer Bärenbox für unsere Lebensmittel. Ruckzuck stand dann auch unser Zelt und wir konnten uns Richtung Hetch Hetchy aufmachen, wo ein Stausee und erste Wasserfälle auf uns warteten. Für den Samstag hatten wir eine Wanderung zu den Lower und Upper Yosemite Falls geplant. Hätten wir vorher auch nur die leiseste Ahnung davon gehabt, was da auf uns zukommen würde, hätten wir uns die ganze Sache wohl noch einmal durch den Kopf gehen lassen, aber so kämpften wir uns drei Stunden lang die steinigsten Pfade hinauf. 1000 Höhenmeter auf einer Strecke von 5000m verlangten uns wirklich alles ab und die Strecke hätte wirklich keinen Meter länger sein dürfen. Irgendwie und irgendwann kamen wir dann aber oben an und wurden mit einer entsprechenden Aussicht belohnt. Dummerweise folgt nur auf einen Aufstieg auch immer ein weniger motivierender Abstieg, der zudem durch Schotter, Sand und kleine Felsen erschwert wurde. Mit höchster Vorsicht und zitternden Knien kletterten wir also Meter für Meter wieder hinunter. Wenn ich euch sage, dass wir uns am nächsten Morgen vor lauter Muskelkater kaum bewegen konnten, ist das vermutlich nicht weiter verwunderlich. Den Abend haben wir dann mit einem ordentlichen Schmaus aus selbst gegrillten Würstchen (dank Isi, unserer Feuermeisterin), Dosenspaghetti, Toast, Käse, Bier und Wein ausklingen lassen. Vor lauter Warnungen und dadurch hervorgerufenen Ängsten, die Nächte würden so richtig kalt werden, hatten wir uns im Vorfeld mit warmen Schlafsäcken, Fleece- und Bettdecken und den wärmsten Klamotten ausgestattet, um uns dann letztendlich stündlich ein Kleidungsstück vor lauter Hitze vom Leib zu reißen. Aber besser so als anders herum! Am Sonntag waren wir, wie bereits angedeutet, darauf bedacht, uns so wenig wie möglich zu bewegen. Wir hatten das Glück, dass der Glacier Point, der normalerweise erst Ende Mai öffnet, schon zugänglich war, und ich muss sagen, dass man sich kaum eine tollere Aussicht beim Bagel-Frühstück vorstellen kann. Fast hätten wir noch eine weitere Nacht im Park verbringen müssen (oder dürfen?), da Corinna auf einmal den Autoschlüssel nicht mehr wiederfinden konnte, sich aber letztendlich daran erinnerte, wo er ihr aus der Hosentasche gefallen sein könnte. Also machte Isi einen kurzen Ausflug in die Böschung und wir konnten weiterfahren. Es war schon ein seltsames Gefühl, bei offenen Fenstern und Sommerkleidung im Auto zu sitzen, während um einen herum eine dicke Schicht Schnee lag. Einmalig! Nach einem wirklich tollen, aber (wie soll es anders sein) viel zu kurzem Wochenende war die Ausicht auf eine Dusche das einzig Positive, was wir unser Heimfahrt abgewinnen konnten. So ein Miniurlaub ist schon etwas Feines! Die Woche enttäuschte unsere Erwartungen nicht und begann entsprechend bescheiden. Bei schönstem Wetter habe ich eigentlich jede freie Minute an meinem verdammten Schreibtisch verbracht, um alle ausstehenden Assignments noch rechtzeitig fertig zu bekommen. Zum Glück hatte ich wenigstens den heutigen Strandtag vor Augen…und weil es nun so weit ist und ich am Strand liege, möchte ich auch keine weiteren Gedanken an blöde Midterms, Projects und Presentations verschwenden, sondern nur noch den Stift beiseite legen  und die Seele in der Sonne baumeln lassen…

(kleine Anmerkung von Sonntagabend: Danke, liebe Sonne, für den wunderbaren Sonnenbrand und die Brandblasen unter den Füßen vom heißen Sand…es wäre schön, wenn ich bald wieder schmerzfrei laufen und sitzen könnte ;-)…)

Beste Grüße,

Kathrin

…nicht einmal mehr vier Wochen! Ich will hier gar nicht weg! Können wir die Zeit anhalten?

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