Archive for Juni 2009

…und es geht schon wieder los!

Juni 30, 2009

Heute hat die zweite Uniwoche begonnen und ihr wartet bestimmt schon auf ein Update! Auch wenn ich nur zwei Kurse belege, habe ich im Moment ganz gut zu tun, denn alles, was sonst in 12 Wochen behandelt wird, muss jetzt in ratz fatz in 6 Wochen durchgenommen werden. Habe letzte Woche also schon zwei Paper geschrieben, jede Menge zu lesen gehabt und nächste Woche stehen Quiz und Midterm auf dem Programm. Leider ist auch nicht wirklich Besserung in Sicht, denn jede Woche gibts mindestens ein neues Assignment. Irgendwie schein ich nicht so das rechte Händchen dafür zu haben, mir entspannte Kurse auszusuchen, aber eigentlich bin ich schon ganz zufrieden, mit dem, was ich nach großem Hin- und Hergerenne am Montag und Dienstag nun an Kursen ergattern konnte. Habe nun also viermal in der Woche „Sport and Exercise Psychology“, lässt sich leider nicht anrechnen, aber ist ganz interessant und der Professor ist mir so sympathisch, dass ich mich fast auf den Kurs freue. Mein zweiter Kurs ist „Culture, Development, and Education“ und auch dieser Kurs macht mir eigentlich Spaß. Zudem kann ich ihn mir (hoffentlich) als „Nicht-psychologisches Wahlpflichtfach“ anrechnen lassen…

In der letzten Woche war dann also so viel zu tun, dass ich fast jeden Tag von morgens 9 bis abends um 7 auf dem Campus war. Irgendwie halte ich mich dort aber richtig gerne auf…es ist ein buntes Treiben und überall gibt es nette Sitzecken. Man kann sich jederzeit mit Kaffee versorgen und in der Library in Ruhe sein Paper tippen oder zwischendurch auch einfach ein bisschen im Internet surfen. Und für die Pausen findet man dann auch meistens jemanden, mit dem man die Sonne (wenn sie denn dann da ist) genießen und ein bisschen quatschen kann. A propos Sonne…während ihr wahrscheinlich denkt, dass die sich hier 12 Stunden am Tag blicken lässt, müssen wir meistens bis 2, 3 Uhr auf die liebe Sonne warten und uns vorher mit einem bedeckten Himmel und „lange Hose, Pulli-Wetter“ begnügen. Schuld ist „June Gloom“, ein Zusammenspiel von Bergen und Meer, das irgendwie dafür sorgt, dass es hier vormittags ganz schön wolkenverhangen ist. Das ganze soll sich im Juli nun aber angeblich rasch ändern und dann haben wir hoffentlich Sonne pur! Auch wenn die Sonne also noch ein bisschen Gas geben muss, bin ich hier definitiv im „Bilderbuch-Kalifornien“ angekommen: Die Jungs skaten in Shorts durch die Straßen und gegen Abend strömt ganz Isla Vista mit dem Surfbrett unter dem Arm Richtung Meer…Herrlich! Da wird mir dann immer wieder für einen kurzen Moment bewusst, dass ich in Kalifornien (!!!) bin und dass es mir wirklich schrecklich gut geht!

Die Abende habe ich in der letzten Woche dann entweder mit Nidia und Pam gemütlich vor dem Fernseher verbracht oder aber mit den Mädels und Jungs aus Deutschland. Ich fühle mich hier wirklich sehr gut aufgehoben, denn Nidia und Pam sind super nett und total umgänglich und unkompliziert. Bisher hatte ich sogar das Glück jede Nacht das Glück, ein Einzelzimmer zu haben, da meine Zimmernachbarin entweder im Urlaub, bei ihrem Freund oder ihren Eltern geschlafen hat. Ja, ich freue mich, dass ich die Chance habe, nun für eine Weile mit Amerikanerinnen zusammen zu leben! Und ich bin fast ein bisschen froh, dass hier im Moment nur eine Handvoll Deutsche studiert und ich nicht von 60 Deutschen umgeben bin, wie es wohl im Spring Quater der Fall gewesen ist.

Am Freitag haben wir einen Mädels-Shopping-Tag gestartet! Zum Glück hatten wir bei der Autovermietung einen Pickup angeboten bekommen, denn nach Outlet und Supermarkt war die Ladefläche gerammelt voll mit Tüten, Taschen und Schuhkartons! Hier hat zwar jeder zweite einen dicken, fetten Pickup vor der Tür stehen, aber wir haben uns trotzdem wie die Könige in so einem rieeesigen Auto gefühlt. Man, wie klein ich mir vorkam, als ich das Auto am nächsten Morgen zurück zur Autovermietung gebracht habe! Das muss bestimmt lustig ausgesehen haben…

Donnerstags und Freitags wurde dann auch mal das Nachtleben in Downtown getestet! Da sich alles auf der State Street abspielt (Geschäfte, Clubs, Bars, Cafes) kann man von einer Location zur nächsten hoppen und in einer Bar die Happy Hour austesten, um anschließend ein paar Meter weiter die Tanzfläche zu rocken. Leider ist man auf ein Taxi hin und zurück angewiesen (wenn man nicht gerade einen Pickup zur Verfügung hat), was so einen Abend in Downtown schnell wieder ganz schön teuer macht.

Der Höhepunkt meiner Woche war dann eigentlich der Besuch von Isi und Corinna am Samstag Nachmittag. Die zwei hatten im Anschluss an das Spring Quater einen Roadtrip durch die Nationalparks, Las Vegas und LA gestartet, bei dem Santa Barbara natürlich auch nicht fehlen durfte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schön es war die zwei wiederzusehen. Nach einem ruhigen Samstagabend (inkl. Laundry) haben wir uns dann am Sonntag zum Shoppen nach Downtown begeben, anschließend am Strand relaxt und abends in Corinnas Geburtstag reingefeiert! Es war richtig toll und ich wünschte, ich hätte die beiden hier behalten können. Aber auch wenn das nicht geht, freue ich mich einfach riesig, dass ich Menschen kennelernen durfte, denen ich mich so verbunden fühlen kann. Ähhm ja, ich glaube ihr könnt dieses Gefühlsgedusel schon gar nicht mehr hören….genug davon!

Irgendwie stehe ich gerade auf dem Schlauch und weiß gar nicht so recht, was ich euch noch erzählen kann. Was wollt ihr denn noch wissen? Ihr könnt mir ja mal ein bisschen auf die Sprünge helfen…also ich warte auf eure Anregungen :-)!

Bis dahin die besten Grüße,

eure Kathrin

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Goodbye San Francisco, Hallo Santa Barbara!

Juni 17, 2009

Hey ihr Lieben,

Ja, kaum zu glauben, aber die erste Hälfte ist tatsächlich schon vorbei. Das Spring Quarter ist zuende und ich bin seit Sonntagabend in Santa Barbara. Die Finals in der letzten Woche sind ganz ordentlich gelaufen, warte derzeit noch auf meine Abschlussnoten. Am Donnerstag gab es dann eine richtig dicke Abschiedsparty, bei der es sich der I-House Staff natürlich nicht hat nehmen lassen, ordentlich rumzustressen und sogar die Polizei zu rufen (nein, anscheinend ist es zu viel verlangt, auf ein wenig Verständnis zu hoffen. Wer möchte schon nach der Prüfungsphase und vor dem Abschied noch einmal so richtig feiern?). Zum Glück waren die zwei Cops total gelassen und kamen sich wohl auch etwas lächerlich vor. Nachdem wir uns also für eine Weile auf mehrere Appartments verteilt haben (da nach I-House-Regeln nur 12 Leute pro Appartment erlaubt sind) sind die beiden wieder friedlich abgezogen und die Party konnte (mit einigen weiteren Unterbrechungen) weiter gehen!

Der Abschied am Samstag war dann richtig traurig. Die Leute sind mir echt ans Herz gewachsen und der Gedanke, dass man sich (wenn überhaupt) nur noch sporadisch zu Gesicht bekommt, tat und tut wirklich weh. Ich habe es immer gehasst, wenn es bei Popstars oder Topmodel hieß „Wir sind wie eine große Familie geworden bla bla bla“, aber irgendwie ist da schon etwas dran. Wenn man fast 24 Stunden täglich aufeinanderhängt und zusammen lauter tolle Erfahrungen macht, dann verbindet das einfach unheimlich! Nach viel zu vielen Tränen saßen Corinna und ich dann also in unserem voll bepackten Auto und sind auf dem Highway # 1 Richtung Süden gestartet. Die Strecke führt direkt an der Küste entlang und ist wirklich traumhaft schön. Alle paar Minuten musste also angehalten und ordentlich gestaunt werden. Die Nacht haben wir in Monterey verbracht, sodass wir am nächsten Morgen in aller Ruhe die restliche Strecke zurücklegen konnten. So konnten wir uns auch die Zeit für ein kleines spontanes Mittagsbad in einer wunderschönen Bucht nehmen, obwohl „Bad“ vielleicht der falsche Ausdruck ist, wenn ich mich gerade daran erinnere, wie die Wellen uns den Boden unter den Füßen weggerissen haben. Nichtsdestotrotz haben wir uns wie im Paradies gefühlt und konnten für eine Weile das „Hach, wär das schön, wenn Isi, Corinna und die Jungs jetzt hier wären…“ oder „Weißt du noch als…?“ abstellen.

Mit jeder Meile, der wir uns Santa Barbara genähert haben, ist dann auch meine Anspannung gewachsen. Die Vorstellung, dort noch einmal neu und ganz alleine anzufangen, hat schon für ein mulmiges Gefühl gesorgt. Dazu kam, dass ich mir in den letzten Wochen via Internet ein Plätzchen zum Wohnen hatte suchen müssen. Auch wenn ich ein paar Bilder gesehen hatte (auf deren Grundlage ich mich letztendlich auch entschieden hatte) wusste ich natürlich absolut nicht was und wer mich dort erwartete. War ich froh, dass ich Cori dabei hatte, die mir die ganze zeit gut zugeredet hat. Fast wäre aus der Ankunft in Santa Barbara auch nichts mehr geworden, denn irgendwie war der Tank „ganz plötzlich“ leer geworden und meilenweit keine Tankstelle in Sicht. Aber dem „fast“ könnt ihr entnehmen, dass dann gerade rechtzeitig doch noch eine Tankstelle aufgetaucht ist und vor allem Cori gaaanz tief durchatmen konnte.

Angekommen an meiner Wohnung habe ich dann einen kleinen Schock bekommen, denn was ich vorfand, war ein absoluter Saustall. Schon bereit alles hinzuwerfen und mir ein Hostel zu suchen, wurde ich dann aber aufgeklärt, dass mein Appartment im 1. Stock sei. Was für eine Erleichterung, als ich dort durch die Tür schauen konnte und ein ordentliches und freundlich ausschauendes Wohnzimmer vorfand! Mein Zimmer (leider wieder ein Doppelzimmer…alles andere ist unbezahlbar!) ist zwar richtig klein, aber dafür ist der offene Wohnbereich (Wohnzimmer, Esszimmer und Küche) recht großzügig und eigentlich ganz gemütlich. Ich fühle mich auf jeden Fall schon ziemlich wohl und habe mich bereits mit der Couch und dem riesigen TV angefreundet. Und bevor ich das Highlight vergesse, von meiner Haustür aus kann ich sogar das Meer sehen :-)! Was will man mehr! Um der Frage nach meinen Mitbewohnerinnen vorzubeugen: nein, ich wohne nicht mit Asiatinnen zusammen…es sind waschechte Ami-Mädels! Bisher habe ich nur eine der drei Mädels kennengelernt, aber Nidia macht einen netten Eindruck und hat mich gestern schon ganz lieb an der Uni und hier in Isla Vista, dem Studentenviertel, in dem ich wohne, rumgeführt.

Heute habe ich dann mal auf eigene Faust „downtown“ erkundet. Da ich in Uninähe wohne (wie in MS läuft hier übrigens nichts ohne Fahrrad, in etwa 10 Min bin ich am Campus), muss ich leider einen Bus nehmen, um in die Innenstadt zu kommen, aber das lohnt sich auf jeden Fall. Die Stadt ist superschön, überall kleine Cafes und Geschäfte, viel Grün und ein rundherum mediterranes Flair. Hier punktet Santa Barbara auf jeden Fall schonmal! Habe es mir dann auch richtig gut gehen lassen und bin erst durch die Geschäfte gebummelt, bevor ich mich in ein Cafe gesetzt habe und die tolle Umgebung und meine freie Zeit genossen habe. Morgen findet die erste (und soweit ich weiß letzte) 2-stündige Orientierungsveranstaltung statt und ab Montag geht dann der Kampf um die Plätze in den Kursen los. Da natürlich mal wieder nichts so geklappt hat wie es sollte, muss ich mir tausend Kurse anhören und dann die Dozenten anbetteln, mich aufzunehmen! Weiß noch gar nicht, was ich mit meiner Zeit bis Montag anfangen werde, aber ich bin mir sicher, dass sich etwas finden wird. Außerdem habe ich ja den Strand vor der Tür…blöd nur, dass ich mir am Wochenende einen so heftigen Sonnenbrand geholt habe, dass sich nun auf meinen Schultern kleine Bläschen gebildet haben und ich die Arme kaum heben geschweige denn gescheit auf dem Rücken liegen kann. Da ist noch mehr Sonneneinstrahlung vielleicht nicht so die beste Idee! Ja, ihr seht schon, dass es „Luxusprobleme“ sind, mit denen ich mich hier rumschlage :-). Ich werde mir nun wohl mal etwas zum Abendessen zaubern, auch daran muss ich mich erst gewöhnen. Nach drei Monaten dining commons ist es schon eine Umstellung, mal wieder für sich selbst zu sorgen und sich mit Fragen wie „Was will ich überhaupt essen?“ und  „Was muss ich dafür einkaufen?“ auseinanderzusetzen. Noch so ein Luxusproblem, glaube ich…

Ich drücke euch alle fest und halte euch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße und ein paar Strahlen der gerade untergehenden Sonne,

Kathrin

Final Week

Juni 10, 2009

Hallo Ihr Lieben,

alle Verdrängungsversuche haben nun ein Ende…es ist tatsächlich die letzte (!!!) Woche angebrochen. Mal abgesehen von den Vorbereitungen für die Final Exams kreisen die Gedanken eigentlich nur darum, dass es am Wochenende für alle heim oder zumindest weiter geht. Wir sind uns (fast) alle einig, dass unmöglich schon 2 1/2 Monate vorbei sein können! Da kann doch irgendetwas nicht stimmen! Wo ist die verdammte Zeit geblieben? Auch wenn ich diesen typischen TV-Schmalz von wegen „Wir sind wie eine Familie geworden“ absolut nicht ausstehen kann, aber ein bisschen ist es tatsächlich so. Wir haben so viel zusammen erlebt und so unheimlich viel Zeit miteinander verbracht, dass es für mich gerade einfach ganz unvorstellbar ist, dass ab Samstag alles anders werden soll. Und der Gedanke daran gefällt mir gar nicht. Würde am liebsten die Zeit anhalten oder alle Leute mit nach Santa Barbara nehmen! Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal erwähnt habe, aber generell bin ich heilfroh, dass ich mich dafür entschieden habe, das zweite Quarter an einer anderen Uni zu machen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich die einzige wäre, die hier bleiben würde, während andere mehr oder weniger unmittelbar nach Hause fliegen, dann wird mir ganz anders zu Mute. Ich glaube, ich würde mich dann doch ziemlich einsam fühlen hier. So fange ich halt einfach nochmal von neu an und hoffe, dass ich die ganzen Schwärmereien von Santa Barbara bestätigen kann. Habe mich jetzt entschlossen, dort ein kleines (Doppel)Zimmer in einer WG zu nehmen, weil die Wohnheimpreise einfach unverschämt waren. Nicht, dass ich jetzt günstig wohnen könnte, aber immerhin spar ich doch ein klein wenig. Jetzt war es in der letzten Zeit gar nicht so einfach, übers Internet etwas geeignetes zu finden. Mit Hilfe einiger Fotos habe ich jetzt aber doch eine Entscheidung getroffen und nun lasse ich mich mal überraschen, was mich dort so erwartet. Ich hoffe, es wird nicht die absolute Katastrophe! Also drückt mir die Daumen! Samstag Morgen werde ich mit Corinna das Auto in SF abholen, dann laden wir in Hayward unsere Koffer ein und dann geht es ganz entspannt den Highway #1 runter, schön an der Küste entlang. Die Nacht verbringen wir dann in Monterey und am Sonntag gehts weiter nach Santa Barbara. Dort werden wir beide (hoffentlich) dann die erste Nacht in meinem neuen Zuhause verbringen. Für Corinna geht es dann am Montag Morgen weiter zu einer Freundin nach San Diego und ich werde wohl mal Santa Barbara erkundigen, bevor am Mittwoch die erste Orientierungsveranstaltung von der Uni angesetzt ist! Wenn ich das hier so schreibe, erscheint mir das alles ganz ganz weit weg…komisches Gefühl!

Naja, erst einmal warten am Donnerstag noch zwei Finals auf mich. Die Lernerei hält sich nach den ganzen Papers, Projketen und Präsis in den letzten Wochen eigentlich in Grenzen und ich bin ganz guter Dinge. Morgen werd ich noch einmal versuchen, ein kleines bisschen Motivation aufzubringen (habe das Gefühl, dass ich unitechnisch noch nie weniger motiviert gewesen bin ;-)…) und dann kann der Donnerstag kommen! Abends wollen wir uns dann aus dem Leben schießen, das I-House abreißen und ja, die Sau rauslassen und das Ende gebührend feiern :-). Je nachdem wir fit wir am Freitag sind, gehts abends noch ein letztes Mal nach San Francisco zum Abtanzen! Ja, und Samstag….ihr wisst Bescheid!

In der letzten Woche hätte ich beinahe den peinlichsten Auftritt in meinem ganzen Leben gehabt. In einem meiner Kurse stand eine Gruppenpräsentation an und ein Mädel hatte darum gebeten, die Powerpoint-Slides zusammenzustellen und dafür zu sorgen, dass alles schön einheitlich ist. Nichts ahnend öffne ich am Mittwoch Morgen die zusammengefügte Präsi und mir fallen fast die Augen aus dem Kopf. Lila, Orange, Grün und Blau lachen mich dort fröhlich an, Text ist kaum noch zu erkennen, jede Folie hat ein anderes farbenfrohes Muser, Schrift ist in jeder Größe zu finden…das reinste Grauen! Der Gedanke, dass ich mich Nachmittags dort vor eine Klasse stellen soll, im Rücken diese furchtbare Power Point Präsentation, hat mir dann den ganzen Vormittag zerstört. Hauptsache wir müssen in Business-Kleidung auftreten (bloooß keine Jeans) und unsere Präsi sieht aus, wie eine schlechte Kindergeburtstagprogrammvorschau! Mein Versuch, die Präsi noch zu retten, ist leider auch gescheitert, weil die Gute für jeden Satz ein eigenes Textfeld erstellt hat und ich alle 40 Folien komplett neu hätte zusammenstellen müssen. Naja, ich habe mich im Vorfeld schon so für diese blöde Präsi geschämt, dass ich es kaum erwarten konnte, diesen grandiosen Auftritt hinter mich zu bringen. Habe meine Kritik dann auch geäußert und siehe da…2 min vor Beginn der Präsentation ist dann doch tatsächlich noch eine neue, schlichtere Version fertig geworden. Abgeschnittene Sätze und eine grausame Strukturierung, aber immerhin weiß, einfach weiß! So habe ich dann auch diesen Tag noch überstanden, ohne komplett meine Nerven zu verlieren.

Das anschließende Wochenende war wie gewohnt abwechslungsreich und gut. Freitag ging es nach Berkely, erst in die Stadt, in den besten CD Laden ever (10 $ für vier CDs, man kann dort einen ganzen Tag verbringen und stöbern und stöbern und stöbern…) und dann gemütlich in eine Bar. Samstag stand das BFD-Festival auf dem Programm, u.a. mit The Offspring, Yeah Yeah Yeahs und Metric. Nach zweistündiger Warterei auf unser Auto und einstündigem Schlangestehen vor dem Festival waren wir dann irgendwann auch endlich mittendrin im Geschehen. Etwas enttäuscht waren wir lediglich von den etwas lahmen Amerikanern…für Bands muss es ja das Paradies sein, in Europa spielen zu dürfen! Wir haben trotzdem alles gegeben und hatten richtig viel Spaß! Da um uns herum eh alle high waren, haben wir die Gelegenheit genutzt, um ordentlich abzuspacken. Das ganze fand auf vier Bühnen statt, die Hauptbühne umringt von einer riesigen Wiese (nicht umsonst Amphitheater gennant). Gut, dass wir uns im Vorfeld extra darum bemüht hatten, 8 Plätze nebeneinander zu bekommen…aber ich bin mir sicher, dass meine Decke auf Platz 182 in Reihe 146 lag ;-). Nach einem ziemlichen langen Samstag hat der Wecker uns am Sonntag dann recht früh wieder aus dem Bett geklingelt, denn Corinna, Isi und ich hatten uns erbarmt das Auto zurück nach SF zu bringen. Erstmal haben wir uns aber Bagels und Kaffee gekauft und schön am Golden Gate Beach gefrühstück. Urlaubsfeeling Pur! Ein letztes Mal ging es über die Golden Gate Bridge, da uns noch ein toller Aussichtspunkt fehlte und wir die Tatsache, dass wir ein Auto (plus Tankfüllung) zur Verfügung hatten, ausnutzen wollten. Und dann hieß es Abschied nehmen von San Francisco…(lassen wir den nächsten Samstag, wenn wir unser Auto holen, mal außen vor)…oh mann, wie ich mich in diese Stadt verliebt habe! Habe mir am Freitag erst einmal eine Janis Joplin CD gekauft, höre sie gerade rauf und runter, und bin jetzt im absoluten San Francisco Rausch!

Ja, soweit das Neuste von mir. Ansonsten hatte ich in der letzten Woche ziemlich viel Stress mit meinem Laptop, der so langsam den Geist aufzugeben scheint und sich zudem immer wieder geweigert hat, ins Internet zu gehen. Vielleicht liegts daran, dass ich letztens meinen Kaffeebecher über der Tastatur ausgeleert habe…Wenn ich mich also demnächst nicht mehr melde, dann wisst ihr Bescheid…

So, wir trauern jetzt gleich noch ein bisschen gemeinsam der schönen Zeit nach. Ihr seid nun wieder auf dem neusten Stand! Ist bei euch alles in bester Ordnung? Was gibt es neues?

Schicke euch wie immer etwas kalifornischen Sonnenschein und drücke euch!

Kathrin