Goodbye San Francisco, Hallo Santa Barbara!

Hey ihr Lieben,

Ja, kaum zu glauben, aber die erste Hälfte ist tatsächlich schon vorbei. Das Spring Quarter ist zuende und ich bin seit Sonntagabend in Santa Barbara. Die Finals in der letzten Woche sind ganz ordentlich gelaufen, warte derzeit noch auf meine Abschlussnoten. Am Donnerstag gab es dann eine richtig dicke Abschiedsparty, bei der es sich der I-House Staff natürlich nicht hat nehmen lassen, ordentlich rumzustressen und sogar die Polizei zu rufen (nein, anscheinend ist es zu viel verlangt, auf ein wenig Verständnis zu hoffen. Wer möchte schon nach der Prüfungsphase und vor dem Abschied noch einmal so richtig feiern?). Zum Glück waren die zwei Cops total gelassen und kamen sich wohl auch etwas lächerlich vor. Nachdem wir uns also für eine Weile auf mehrere Appartments verteilt haben (da nach I-House-Regeln nur 12 Leute pro Appartment erlaubt sind) sind die beiden wieder friedlich abgezogen und die Party konnte (mit einigen weiteren Unterbrechungen) weiter gehen!

Der Abschied am Samstag war dann richtig traurig. Die Leute sind mir echt ans Herz gewachsen und der Gedanke, dass man sich (wenn überhaupt) nur noch sporadisch zu Gesicht bekommt, tat und tut wirklich weh. Ich habe es immer gehasst, wenn es bei Popstars oder Topmodel hieß „Wir sind wie eine große Familie geworden bla bla bla“, aber irgendwie ist da schon etwas dran. Wenn man fast 24 Stunden täglich aufeinanderhängt und zusammen lauter tolle Erfahrungen macht, dann verbindet das einfach unheimlich! Nach viel zu vielen Tränen saßen Corinna und ich dann also in unserem voll bepackten Auto und sind auf dem Highway # 1 Richtung Süden gestartet. Die Strecke führt direkt an der Küste entlang und ist wirklich traumhaft schön. Alle paar Minuten musste also angehalten und ordentlich gestaunt werden. Die Nacht haben wir in Monterey verbracht, sodass wir am nächsten Morgen in aller Ruhe die restliche Strecke zurücklegen konnten. So konnten wir uns auch die Zeit für ein kleines spontanes Mittagsbad in einer wunderschönen Bucht nehmen, obwohl „Bad“ vielleicht der falsche Ausdruck ist, wenn ich mich gerade daran erinnere, wie die Wellen uns den Boden unter den Füßen weggerissen haben. Nichtsdestotrotz haben wir uns wie im Paradies gefühlt und konnten für eine Weile das „Hach, wär das schön, wenn Isi, Corinna und die Jungs jetzt hier wären…“ oder „Weißt du noch als…?“ abstellen.

Mit jeder Meile, der wir uns Santa Barbara genähert haben, ist dann auch meine Anspannung gewachsen. Die Vorstellung, dort noch einmal neu und ganz alleine anzufangen, hat schon für ein mulmiges Gefühl gesorgt. Dazu kam, dass ich mir in den letzten Wochen via Internet ein Plätzchen zum Wohnen hatte suchen müssen. Auch wenn ich ein paar Bilder gesehen hatte (auf deren Grundlage ich mich letztendlich auch entschieden hatte) wusste ich natürlich absolut nicht was und wer mich dort erwartete. War ich froh, dass ich Cori dabei hatte, die mir die ganze zeit gut zugeredet hat. Fast wäre aus der Ankunft in Santa Barbara auch nichts mehr geworden, denn irgendwie war der Tank „ganz plötzlich“ leer geworden und meilenweit keine Tankstelle in Sicht. Aber dem „fast“ könnt ihr entnehmen, dass dann gerade rechtzeitig doch noch eine Tankstelle aufgetaucht ist und vor allem Cori gaaanz tief durchatmen konnte.

Angekommen an meiner Wohnung habe ich dann einen kleinen Schock bekommen, denn was ich vorfand, war ein absoluter Saustall. Schon bereit alles hinzuwerfen und mir ein Hostel zu suchen, wurde ich dann aber aufgeklärt, dass mein Appartment im 1. Stock sei. Was für eine Erleichterung, als ich dort durch die Tür schauen konnte und ein ordentliches und freundlich ausschauendes Wohnzimmer vorfand! Mein Zimmer (leider wieder ein Doppelzimmer…alles andere ist unbezahlbar!) ist zwar richtig klein, aber dafür ist der offene Wohnbereich (Wohnzimmer, Esszimmer und Küche) recht großzügig und eigentlich ganz gemütlich. Ich fühle mich auf jeden Fall schon ziemlich wohl und habe mich bereits mit der Couch und dem riesigen TV angefreundet. Und bevor ich das Highlight vergesse, von meiner Haustür aus kann ich sogar das Meer sehen :-)! Was will man mehr! Um der Frage nach meinen Mitbewohnerinnen vorzubeugen: nein, ich wohne nicht mit Asiatinnen zusammen…es sind waschechte Ami-Mädels! Bisher habe ich nur eine der drei Mädels kennengelernt, aber Nidia macht einen netten Eindruck und hat mich gestern schon ganz lieb an der Uni und hier in Isla Vista, dem Studentenviertel, in dem ich wohne, rumgeführt.

Heute habe ich dann mal auf eigene Faust „downtown“ erkundet. Da ich in Uninähe wohne (wie in MS läuft hier übrigens nichts ohne Fahrrad, in etwa 10 Min bin ich am Campus), muss ich leider einen Bus nehmen, um in die Innenstadt zu kommen, aber das lohnt sich auf jeden Fall. Die Stadt ist superschön, überall kleine Cafes und Geschäfte, viel Grün und ein rundherum mediterranes Flair. Hier punktet Santa Barbara auf jeden Fall schonmal! Habe es mir dann auch richtig gut gehen lassen und bin erst durch die Geschäfte gebummelt, bevor ich mich in ein Cafe gesetzt habe und die tolle Umgebung und meine freie Zeit genossen habe. Morgen findet die erste (und soweit ich weiß letzte) 2-stündige Orientierungsveranstaltung statt und ab Montag geht dann der Kampf um die Plätze in den Kursen los. Da natürlich mal wieder nichts so geklappt hat wie es sollte, muss ich mir tausend Kurse anhören und dann die Dozenten anbetteln, mich aufzunehmen! Weiß noch gar nicht, was ich mit meiner Zeit bis Montag anfangen werde, aber ich bin mir sicher, dass sich etwas finden wird. Außerdem habe ich ja den Strand vor der Tür…blöd nur, dass ich mir am Wochenende einen so heftigen Sonnenbrand geholt habe, dass sich nun auf meinen Schultern kleine Bläschen gebildet haben und ich die Arme kaum heben geschweige denn gescheit auf dem Rücken liegen kann. Da ist noch mehr Sonneneinstrahlung vielleicht nicht so die beste Idee! Ja, ihr seht schon, dass es „Luxusprobleme“ sind, mit denen ich mich hier rumschlage :-). Ich werde mir nun wohl mal etwas zum Abendessen zaubern, auch daran muss ich mich erst gewöhnen. Nach drei Monaten dining commons ist es schon eine Umstellung, mal wieder für sich selbst zu sorgen und sich mit Fragen wie „Was will ich überhaupt essen?“ und  „Was muss ich dafür einkaufen?“ auseinanderzusetzen. Noch so ein Luxusproblem, glaube ich…

Ich drücke euch alle fest und halte euch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße und ein paar Strahlen der gerade untergehenden Sonne,

Kathrin

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