Archive for August 2009

Heimweh, Abschied und ein Flugzeug auf dem Freeway

August 25, 2009

Hey meine Lieben,

nach dem anstrengenden Vegas Wochenende, musste Anfang der letzten Woche erst einmal der ein oder andere entspannte Fernsehabend eingelegt und insgesamt einen Gang runtergeschaltet werden. Hinzu kam, wahrscheinlich aufgrund der näherrückenden Heimreise, dass sich ausnahmsweise auch mal hin und wieder etwas Heimweh eingeschlichen hat, was natürlich nicht gerade eine belebende Wirkung hatte. Da kam es mir fast gelegen, dass am Donnerstag mein Midterm anstand und ich mir selbst einreden konnte, mich vorbereiten zu müssen. Stattdessen wurde die Zeit natürlich genutzt, um gnadenlos abzugammeln…

Gegen Donnerstagabend hatte ich mich  aber dann auch wieder soweit regeneriert, dass wir seit langem (äähm 3 Wochen) mal wieder downtown gehen konnten. Zum ersten Mal haben wir auf ein Taxi verzichtet und uns in den legendären Bill’s Bus gewagt, ein Linienbus, der wirklich bis oben hin mit Leuten gefüllt wird, bevor er mit lauter Partymusik den Freeway entlangheizt.

Nach einem langen herrlichen Strandtag am Freitag (und einem kleinen indianisch-künstlerischem Sonnenbrand an beiden Oberarmen…solche Muster wie ich bekommt sonst keiner hin) war abends eine der ersten Abschiedsparties (kombiniert mit zwei 21. Geburtstagen) angesagt. Dank jeder Menge André (ihr erinnert euch bestimmt, unser köstlicher 3 $ Champagner) war es ein richtig lustiger Abend, der…wie soll es auch anders sein…natürlich bei Freeb!rds endete. Passend zur Katerstimmung am Samstag hatte sich das Wetter in IV dann auch noch für Regen (!!!) entschieden, sodass es einem leicht gemacht wurde, in einer Mischung aus Selbstmitleid, Kopfschmerzen und Müdigkeit dahin zu vegetieren. Ein Film auf Ninas Couch und ein zeitlupenartiges Schlendern durch die Stadt war auch schon an der Grenze des Zumutbaren für uns…

Am Sonntag war es dann endlich so weit: Schon vor einigen Wochen hatten wir uns Karten für die Warped Tour in LA, sagen wir mal einem „Rock, Punk, Skater – Festival“, gesichert. Schon morgens ging es mehr als turbulent los:  Hätte Nina nicht mit einem verstimmten Magen absagen und der Leihwagen am Flughafen daher gecancelt werden müssen (da mit einer Person weniger auch Tammys Auto ausreichte) und hätte eine Taube nicht auf Marles Kopf geschissen, hätte Tammy aufgrund eines nächtlichen Unfalls nicht noch unbedingt eine Apotheke ansteuern müssen, ja und hätte der Drucker von den beiden irischen Mädels ihre Tickets auf Anhieb ausgedruckt und nicht noch ein Copyshop aufgesucht werden müssen…kurz gesagt, wären wir wie geplant und ohne große Verzögerung losgefahren, so wären wir wahrscheinlich das Auto gewesen, das sich auf dem Freeway plötzlich in einem Flugzeug wiedergefunden hätte! Aber da es ja zum Glück drunter und drüber ging, fanden wir uns lediglich für eine Stunde in einem Stau wieder, etwa 5 min von unserer Haustür entfernt. Und das obwohl mich der Kassierer bei Vons mich doch vorgewarn hatte  (ich habs wohl irgendwie geahnt, als ich mich an diesem Morgen unüblicherweise auf Smalltalk eingelassen habe)! Da aber keine Radiostation weit und breit von diesem Vorfall berichtete (und wir abgesehen davon ohnehin keine andere Route gewusst hätten), sind wir, den Stau vor Augen, trotzdem auf den Freeway aufgefahren. Dank Twitter wussten wir dann wenige Minuten später, dass der gute Mann weder gescherzt noch ich ihn falsch verstanden hatte und tatsächlich eine kleine Maschine auf dem Freeway notgelandet war. Naja, gegen halb 3 sind auch wir dann endlich auf dem Festival eingetroffen und haben bei brüllender Hitze und guter Musik die Festivalstimmung genossen. Nach 6 Stunden Herumgehopse und 2 Stunden Rückfahrt bin ich schließlich total kaputt (und stinkend wie ein Otter) in mein Bett gefallen! So ein Festival unter freiem Himmel setzt auf jeden Fall eine ganze Menge Glückshormone frei und lässt einen vergessen, dass man wahnsinnigerweise für ein kleines bisschen gute Livemusik freiwillig bei viel zu hohen Temperaturen eng gedrängt zwischen klitschnass geschwitzten Menschen steht und sich herumschubsen lässt ;-).

Heute hat dann schon meine drittletzte Woche angefangen…wenn das Wetter mitspielt, werde ich jede Menge Zeit am Strand verbringen und so viel Sonne wie möglich  für den deutschen Herbst und Winter speichern…

Bis bald!

Eure Kathrin

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„Vegas, BABY“ oder „Cody, Logan und ein Hoch auf den Nagellackentferner“

August 18, 2009

Nach mehreren kleinen Panikattacken, einen Trip nach Vegas zeitlich gar nicht mehr unterbringen zu können, war es letzten Mittwoch also soweit: Nach unseren Vorlesungen ging es gegen vier Uhr mit Marle, Nina und einem vollbepackten Cody, Ninas neuem Auto, also endlich Richtung Vegas! Nach etwa 150 Meilen meldete sich Cody, in der Vorwoche extra noch mit brandneuen Reifen (äähh Schuhen natürlich) ausgestattet, immer wieder zu Wort…sobald man im 5. Gang vom Gas ging, klang es als würde rechts unten etwas gegen den Unterboden klappern. Nach mehreren Telfonaten mit Ninas Mitbewohnern mussten wir erfahren, dass genau das gleiche Problem 2 Jahre zuvor der Grund für ein neues Getriebe gewesen war. Konnte das Getriebe nun schon wieder kaputt sein? Wusste der Verkäufer davon und hat Nina sich über den Tisch ziehen lassen? Machten wir noch mehr kaputt, indem wir einfach weiterfahren würden? Mit jeder neuen Frage und fehlenden Antwort wuchs die Anspannung im Auto und auch die Tatsache, dass Nina und Marle Cody so langsam in den Griff bekamen wirkte da nicht wirklich entspannend. Konnten wir uns mit diesem Auto am Freitag nochmal 280 Meilen Richtung Grand Canyon warten? Und würden wir überhaupt in Vegas ankommen, geschweige denn heil zurück nach Santa Barbara? Ihr könnt euch vorstellen, wie wir uns im Auto den Kopf zerbrochen haben. Mitten in der Wüste und bei einkehrender Dunkelheit war es wohl auch nicht die beste Idee, an einer der einsamen Minitankstellen anzuhalten und jemanden um Rat zu fragen. Also fuhren wir tapfer bis nach Vegas und erreichten gegen 1 Uhr Nachts dann auch endlich das Hard Rock Hotel, unsere Bleibe für die ersten zwei Nächte. Zumindest das Hotel war ein voller Erfolg: goldene Gitarren statt Türklingen, Kronleuchter aus Saxophonen und Lampen aus Becken sind nur einige Beispiele der echt tollen Aufmachung. Und weil man ja nicht alle Tage in Vegas ist, haben wir uns auch trotz der späten Stunde noch dazu entschlossen, uns fertig zu machen und das hoteleigene Casino zu testen. Nach einigen ersten Versuchen an den 1cent-Automaten und einem Gewinn von insgesamt 20$ ging es dann gegen 4 aber auch für uns ins Bettchen (wobei „chen“ hier wohl nicht so ganz angebracht ist…).

Am nächsten Morgen stand dann große Hotelschau auf dem „Strip“ auf dem Programm. Wir hatten in der Nacht zwar schon einen Vorgeschmack von den Temperaturen bekommen, aber die Hitze tagsüber machte uns dann doch mehr als zu schaffen. Bei über 40°C und einem Wind (ich habe ich wie in den Gebläsen von Kaufhauseingängen gefühlt) war jede neue Hotelklimaanlage das reinste Geschenk. Nach zahlreichen Hotels und gefühlten 34853 ausgeschwitzten Litern waren wir irgendwann so am Ende, dass wir nur noch wie in Trance den Las Vegas Boulevard entlang geschlurft sind. Ein Subway war schließlich die Rettung schlechthin, denn nach einem Foot-long Sandwich und einer großen Cola waren wir auf einmal sogar wieder in der Lage, unsere Umgebung wahrzunehmen. Nach einem letzten Fußmarsch zum Venetian (mein persönlicher Favorit: Gondeln und ein erstaunlich echt aussehender Himmel bescheren einem einen unglaublichen Auslflug nach Venedig), haben wir uns dann ganz dekadent ein taxi zurück zum Hotel gegönnt, denn dummerweise hatten wir bei der Hotelbuchung nicht realisiert, dass unser Hotel gar nicht auf dem Strip liegt. Während unserem Spaziergang durch die unerträgliche Hitze hatten wir uns schon mental auf eine Erfrischung im berühmt berüchtigten Pool unseres Hotels eingestellt und waren dementsprechend entsetzt als wir feststellen mussten, dass der Pool um 6 Uhr (genau 10 Minuten zuvor) geschlossen hatte. Welcher Pool in Vegas schließt denn bitteschön um 6 Uhr abends? Hallo? Nachdem wir unsere Fassung wieder gefunden hatten, waren wir uns schnell einig, die gewonnen Zeit für ein kleines Schläfchen zu nutzen. Halbwegs frisch und munter haben wir uns anschließend in Schale geschmissen und uns beim gamblen unten im Casino das Frühstück für den nächsten Morgen erspielt. In Bestlaune und per Taxi ging es dann zum MGM, wo wir uns nachmittags für einen Club auf die Gästeliste hatten setzen lassen. Und als ob wir nun nicht langsam einmal genug Pech gehabt hätten, wurde mein Führerschein nicht (wie versprochen) als ID akzeptiert und wir konnten (nachdem wir uns dort im Casino die Rückfahrt erspielt hatte) uns wieder auf den Weg zurück machen. Doof gelaufen! Leider waren ich auch die einzige, die motiviert genug war, um noch einmal zum Strip zu starten. Also wieder keine Partynacht in Vegas! Stattdessen wurde im Supermarkt gegenüber eine große Tüte Nachos und Käsesoße gekauft und auf dem Hotelzimmer ein leckerer Mitternachtssnack eingelegt, bevor es diesmal (wenn ihr mich fragt) vieeel zu früh um halb 2 ins Bett ging.

Da es ja nicht angehen konnte, dass wir zwei Nächte im Hard Rock Hotel verbracht haben, ohne den legendären Pool zu testen, war am Freitagmorgen frühes Aufstehen angesagt, denn vorher musste ja auch noch unser Chaoszimmer geräumt und unser ganzer Kram wieder in Koffern und Rucksäcken verstaut werden. Die 1 1/2 Stunden, die wir letztendlich am Pool hatten, waren aufgrund von Bauarbeiten an der Hotelfassade dann leider auch weniger entspannend als erhofft. Am Vortag hatten wir uns entschieden, Cody im Hotelparkhaus stehen zu lassen und ein Auto gemietet, dass uns nun sicher und ohne Bangen zum Grand Canyon bringen sollte. Nachdem wir Logan (ein richtig schicker und geräumiger Bursche) am Airport abgeholt hatten und uns von dem erspielten Geld bei Coco’s ein dickes amerikanisches Frühstück gegönnt hatten (leckere Blueberry-Pancakes mit Rührei und Bacon), wurde also Arizona (nach Kalifornia und Nevada nun mein dritter amerikanischer Staat ;-)) angesteuert. Da die Fahrt mal wieder länger als gedacht dauerte, mussten wir uns mit dem Sonnenuntergang in der Wüste anstelle des Sonnenuntergangs im Canyon begnügen. Gegen halb 9 abends erreichten wir schließlich unseren Campingplatz und mit Hilfe von Logans Vorderlicht stand unser Zelt in weniger als 3 Minuten! Nach mehreren Rückschlägen tat dieses Erfolgserlebnis richtig gut! Aber es sollte noch besser kommen, denn nach 2 weiteren Minuten saßen wir schon mit gegrillten Marschmellows (aufgespießt auf Zeltheringen), Baguette, Jalapeno-Brot, Tomaten, Möhren, Dip und einer Flache Bier unter einem wunderschönen Sternenhimmel (so viele Sterne habe ich noch nie gesehen) vor einem herrlich flackernden Lagerfeuer! Das ganze hatten wir Marles Eingebung zu verdanken, einfach mal eine halbe Falsche Nagellackentferner als Anzünder zu benutzen! Mädels on Tour, würd ich sagen ;-)! Da wir den Sonnenuntergang ja verpasst hatten, wollten wir uns nun am nächsten Morgen nun wenigstens den Sonnenaufgang anschauen! Wieso muss die Sonne nur immer so verdammt früh aufgehen? Nach 3 Stunden unruhigem Schlaf war unsere Nacht also um 4 Uhr morgens schon wieder vorbei. Irgendwie hatten wir nach 2 Tagen mitten in der Wüste die Temperaturen am Canyon unterschätzt, sodass wir beim Warten auf den Shuttle Bus gefroren haben wie schon lange nicht mehr. In kurzer Hose und mit nackten Füßen haben wir versucht, uns hinter einem kleinen Mäuerchen gegen den eisigkalten Wind zu schützen und uns so gut wie möglich gegen die Kälte zu verkrampfen. Gott sei Dank war die ganze Tortur aber nicht umsonst, denn der Sonnenaufgang mit Blick über den Canyon war einfach traumhaft schön. Was für ein Kontrastprogramm zum kunterbunten, lauten Vegas-Rummel! Zu Fuß haben wir dann noch einige weitere Aussichtspunkte abgeklappert, tausende Fotos geknipst und die Sicht über den faszinierenden Canyon genossen. Um halb 9 hat uns dann aber auch so langsam die Müdigkeit eingeholt, sodass wir uns wieder zum Zeltplatz begeben haben, das Zelt abgebaut und unser Auto bepackt haben und es uns noch für ein Nickerchen auf der großen Luftmatratze unter freiem Himmel gemütlich gemacht haben. Der Rückweg hat dann mal ausnahmsweise wie geplant geklappt, sodass wir gegen 6 endlich auf unserem Zimmer im Stratosphere Hotel (ja, der niedrigere Preis war offensichtlich…) ankamen. Tja, was kam uns entgegen als wir die Tür öffneten? Eine riesige Wolke kalter Zigarettenrauch! Wär ja sonst auch alles zu einfach gewesen…also wurde das Zimmer nach einer halben Stunde nerviger Warterei noch einmal gewechselt! Wenigstens hatten wir nun eine wunderbare Aussicht auf den Tower (Auchtung, Ironie!)…

In unserer letzten Nacht sollte dann partymäßig noch einmal alles gegeben werden. Leider hatte Marle sich entschieden, schlechte Laune zu haben, sodass ich es echt schwer hatte, mir meine Partylaune nicht verderben zu lassen. Beim Gamblen blieben wir leider ziemlich erfolglos und die Taxifahrt zum MGM (diesmal mit Reisepass im Gepäck) kostete uns aufgrund eines wahnsinngen Taxifahrers fast das Leben, aber schließlich fanden wir uns doch im Club wieder. Ich glaube nur, dass an diesem Abend kein Club den Ansprüchen genügt hätte, denn trotz guter und tanzbarer Musik und nicht mehr oder weniger gierigen Männern als sonst auch, hatte ich schon nach 1 1/2 Stunden keine Chance mehr, Marle und Nina umzustimmen. Wirklich schade, wenn man bedenkt, dass man ja nicht alle Tage in Vegas ist.. Ich hätte gerne wenigstens eine Nacht so richtig Gas gegeben und mir bis zum Morgengrauen die Seele aus dem Leib getanzt. Trotzdem hatte der Abend noch ein richtig tolles Highlight, denn zufällig war Sophie, die gerad die Summer Session an der UCLA macht, am gleichen Wochenende in Vegas und wir hatten uns im Club verabredet! Man war das toll, ein bekanntes Gesicht zu sehen! Und wie immer fühlte es sich so an, als wäre ich nie weggewesen und als wäre es vielleicht gerad mal ein paar Tage her, dass ich sie das letzte Mal gesehen habe! Schon lustig, dass wir zwei Münsteraner uns ausgerechnet in Vegas (!!!) wiedersehen! Aber wiegesagt ließen sich meine Mädels ja nicht mehr halten, sodass wir uns (aufgrund der noch frühen Stunde) zu Fuß auf den Weg zurück zum Hotel gemacht haben. Das tolle an Vegas ist, dass man auch noch mitten in der Nacht im Kleidchen über den Strip huschen kann, ohne auch nur annähernd zu frieren. Das weniger tolle ist, dass die Männer, die einem hinterherpfeifen und -schreien auf Dauer wirklich anstrengend werden und einfach nur noch nervtötend sind. Da meine Schuhe nicht die bequemsten waren, habe ich sie irgendwann ausgezogen und bin barfuß weitergelaufen. Zu dumm, dass das Hotel viel weiter entfernt war, als es den Anschein machte (den Stratosphere Tower konnte man schon von Weitem sehen) und ich letztendlich nicht nur mit pechschwarzen, sondern auch mit wundgescheuerten Füßen am Hotel ankam. Der lange Fußmarsch hatte uns hungrig gemacht und selten hat ein Chicken Burger und eine Pommes so gut geschmeckt wie in dieser Nacht! Nach dieser Stärkung und einer halben Stunde in der Badewanne, um wenigstens den gröbsten Dreck von meinen Füßen zu entfernen, sind uns nach 24 Stunden auf den Beinen dann auch innerhalb von 3 Sekunden die Augen zugefallen.

5 Stunden Schlaf waren natürlich kaum genug, um das Schlafdefizit der Nacht zuvor aufzuholen, aber das Vegas Schild und die Little White Chapel wollten noch aufgetrieben und Logan zurück zum Airport gebracht werden. Nach einer halben Stunde in der unerträglichen Mittagshitze wurde der erste Teil des Plans aber wieder verworfen, sodass wir uns mit einem Starbucks Coffee zum Frühstück auf den Weg zum Flughafen machten, Abschied von Logan nahmen und uns mit Cody auf den Rückweg wagten: Zitterpartie, No. 2! Cody blieb zunächst auch den Umständen entsprechend brav, aber dann machte uns der Verkehr einen Strich durch die Rechnung. Die ersten 11 Meilen kosteten uns 1 1/2 Stunden und bei einem  kleinen Ausflug auf den Randstreifen sah ich uns schon den Abschleppwagen rufen! Irgendwie haben wir es aber dann doch in insgesamt 10 Stunden Fahrt nach Hause geschafft! Cody hat sich wohl noch einmal zusammengerissen. Für Nina geht es jetzt hier wohl erstmal in die Werkstatt und für uns heißt es Daumen drücken, dass es vielleicht doch nicht das Getriebe ist und Nina nun weder eine dicke Reparatur bezahlen muss, noch den Wagen nicht wie geplant wieder los wird! Das wäre echt zu ärgerlich!

Trotz Codys Zickereien war es aber alles in allem ein toller Trip, wenn ich auch noch immer der verpassten Partynacht hinterhertrauer! Las Vegas ist einfach eine super durchgeknallte, verrückte Stadt, die mehr einem riesengroßen Spielplatz gleicht und irgendwie total irreal ist…! Einen Besuch ist sie auf jeden Fall wert! Jetzt, nachdem ich das ganze Spektakel mal erleben durfte…und dann noch in Kombination mit Natur Pur beim Grand Canyon…kann ich mich glücklich und zufrieden zurücklehnen und mich über das spannende, wenn auch wirklich anstrengende Wochenende wie ein Schneekönig freuen!

So, nachdem ich mich mit diesem Bericht nun erfolgreich davor gedrückt habe, mal so langsam für mein Midterm am Donnerstag zu lernen, muss ich mir jetzt wohl oder übel mal meine Unterlagen schnappen! Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Bericht ein bisschen was von meinem Wochenende mitbringen und ich sag nur „Vegas, BABY!“…

Eure Kathrin

Fiesta

August 12, 2009

Bevor es morgen Nachmittag nach meiner Vorlesung für 5 Tage nach Las Vegas geht (genau zum richtigen Zeitpunkt, denn seit Sonntag will mich das Wetter wohl irgendwie schon mal auf den deutschen Herbst vorbereiten), hier noch kurz meine letzte Woche:

Montag: Downtown Shopping und Gammelabend mit Denise

Dienstag: Sushi und Vegas-Planung mit Marle und Nina

Mittwoch: Downtown und (mehr oder weniger spärliches) BBQ bei Jaymes

Donnerstag: Strand und abends Wein und Feuerchen bei Alex und seinen Mitbewohnern im Garten

Freitag: Camarillo Outlet Center und Party in IV

Samstag: Fiesta!!!

Bevor es in die Stadt zur Fiesta (großes Hispanic Festival downtown) ging, haben wir uns mal wieder bei Nina getroffen und uns bei knallender Mittagssonne mit André, einem 3$ Champagner, Freundschaft geschlossen! Für den Preis ein echt leckeres Kerlchen ;-). In bester Laune haben wir uns dann von Leslie, die netterweise den Chauffeur gespielt hat, in die Stadt bringen lassen, in der schon ganz gut was los war! Nach einem erfolglosen Spaziergang zum Strand herunter (wo es statt Livemusik nur einen kitschigen Kunstmarkt gab) und mexikanischem Essen gegen den aufkommenden Hunger, haben wir schließlich in einer Bar einen Tisch ergattert und den Rest des Nachmittags mit Nachos, Margaritas, Bier, Tequila und Konfetti-Eiern verbracht! Irgendwann hat es uns dann aber auch gereicht und da abends  in den Bars und Clubs ohnehin ein saftiger Eintritt fällig gewesen wäre, haben wir uns es gegen frühen Abend lieber wieder bei Nina auf der Couch gemütlich gemacht. Da die Nacht aber noch jung war, haben wir uns gegen 11 entschieden, noch durch IV zu ziehen und uns auf die Suche nach einer Party zu begeben. Leider waren wir etwas zu spät dran, denn wie fast immer waren die Cops pünktlich um Mitternacht zur Stelle, um dem ganzen Spaß ein Ende zu machen. Naja, nichtsdestotrotz ist es ein lustiger, aber auch anstrengender Tag gewesen, sodass eigentlich gar nichts dagegen hatte, relativ früh in mein Bettchen zu kommen.

Sonntag: Strandtag am Butterfly Beach

Für den Sonntag hatten wir es uns dann einen wunderbar entspannten Strandtag am Butterfly Beach ausgemalt…schlafen, in der Sonne braten, ins Meer springen, noch mehr schlafen…der perfekte Sonntag eben. Dummerweise hatte keiner geahnt, dass uns ausgerechnet das eigentlich super verlässliche Wetter einen Strich durch die Rechnung machen wollte. Nach zwei Stunden am Strand und vergeblichem Bitten und Betteln Richtung Sonne, haben wir uns dann wieder auf den Heimweg gemacht und sind stattdessen in Ninas Hot tub gestiegen. Trotzdem hat sich der Strandtag gelohnt, denn nach mehreren Seerobben (heute hätte ich einer kleinen Seerobbe beim Laufen am Strand…ganz in Gedanken…fast das Gesicht eingetreten…oh mann, wie ich mich erschrocken habe!!!) haben wir endlich einmal ein paar Delphine gesehen! Das war vielleicht ein Glücksgefühl! Wie kleine Kinder haben wir jedes Mal aufgeschrien und in die Hände geklatscht, wenn die Delphine wieder einen bilderbuchreifen Sprung hingelegt haben! Wirklich toll! So gesehen, hat sich der Ausflug an den Strand also doch auf jeden Fall gelohnt!

Das war also meine letzte Woche in Kurzform! Nächste Woche bekommt ihr dann in aller Ausführlichkeit meinen Las Vegas Bericht! Außer natürlich, ich mache Millionen und kann euch alle zu mir einladen ;-)…

Viele liebe (und leider diesmal gar nicht sooo sonnige) Grüße,

Eure Kathrin

Halbzeit in Santa Barbara

August 5, 2009

Hallo Ihr Lieben,

wieder einmal verspätet bekommt ihr das 1 1/2 wöchentliche Update! In der letzten Woche standen also die Finals an. Ich muss zugeben, dass ich noch nie eine entspanntere Prüfungsphase erlebt habe. Es sich mit seinen Unterlagen auf dem Campus in der Sonne gemütlich zu machen, dabei einen leckeren Kaffee schlürfen und natürlich seine Mitschriften (mehr oder weniger konzentriert) durchzugehen…wenn das kein Luxus ist, dann weiß ich auch nicht! Ehrlich gesagt muss ich aber sagen, dass ich es fast ein wenig vermisse, intellektuell herausgefordert zu werden. Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber es ist doch schon jedes Mal ein gutes Gefühl, wenn man daheim nach vier Wochen Lernstress die Prüfungen gut hinter sich bringt und richtig stolz auf sich sein kann! Naja, so weit die Theorie…wenn ich jetzt wählen könnte zwischen Prüfungsphase in Münster und Santa Barbara…ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass ich nicht eine Sekunde zögern und mich natürlich für die SommerSonneSonnenschein-Variante entscheiden würde :-)! Habe die erste Session dann auch erfolgreich abgeschlossen und ein A und sogar ein A+ abgesahnt! Bin dementsprechend zufrieden mit mir und dem Rest der Welt. Wenn ich euch jetzt erzähle, dass die zweite Session nochmal eine Spur entspannter (ja, das geht noch) wird, dann drehen mir zumindest die Fließigen und hart Arbeitenden unter euch vermutlich den Hals um ;-). Da ich in der Session B nur einen Kurs belege, sieht mein Studenplan wie folgt aus: Educational Psychology, Montag bis Donnerstag, jeweils von 2.00 bis 3.05! Puuuuh, ganz schön anstrengend, oder? Ein bisschen plagt mich aus diesem Grund auch das schlechte Gewissen, sodass ich (zumindest heute noch) ganz gewissenhaft 2 Stunden lang meine Readings gelesen habe!

Da mein letztes Final schon am letzten Mittwoch um 11 Uhr vorbei war, habe ich meine „Miniferien“ genutzt und bin am Donnerstag Mittag mit meinen Roomies Pam und Nidia nach LA gestartet. Um dem schlimmsten Feierabendverkehr zu entgehen, haben wir (nach erfolgreicher Taco Bell Suche…ich kann euch nur das Crunched Wrap empfehlen!!!) in Malibu eine schöne Strandpause eingelegt. So ganz ließ sich der Stau leider trotzdem nicht vermeiden, sodass es uns noch fast ein Stündchen gekostet hat bis wir abends bei Pam zu Hause in San Pedro eingetroffen sind. Ein eigenes sauberes und schön eingerichtetes (dazu noch kostenloses) Zimmer konnte dann doch irgendwie ein bisschen mehr als ein Gammel-Hostel am Hollywood Boulevard. Abends wollten wir uns dann „Public Enemies“ im Kino anschauen, mussten vor Ort aber feststellen, dass die Internetseite uns ein falsches Versprechen gemacht hatte und die letzte Vorstellung schon in vollem Gange war. Kurzerhand haben wir uns dann entschieden, uns stattdessen bei Johnny Rockets einen leckeren Milchshake zu gönnen, nach wenigen Minuten dann aber doch noch einmal umgeplant und einem McSundae den Vorzug gegeben. Haben uns dann ein nettes Strandplätzchen entschieden und dort noch eine Privatvorstellung eines kleinen Beziehungsdramas miterleben dürfen…definitv unterhaltsamer als jeder Kinofilm :-)!

Am nächsten Morgen haben wir uns in aller Frühe, aber mit einem Shoppingtag in Santa Monica vor Augen, aus dem Bett gequält.  Zu dritt sind wir dann ganz gemütlich durch die wirkliche schöne Fußgängerzone geschlendert und haben es uns gut gehen lassen. Nach 6 Stunden ging es dann (dank des nötigen Shoppingerfolgs) hochzufrieden wieder zurück zu Pam und ab unter die Dusche, denn abends wollten wir endlich einmal zusammen feiern kann. Da Pam noch keine 21 ist, ist das hier in Santa Barbara nie möglich gewesen, aber LA hat den ein oder anderen Underage-Club, sodass dem gemeinsamen Abtanzen nur noch ein erneuter Stau (um halb 11 abend!!!) und die Parkplatzsuche im Weg stand. Irgendwann standen wir dann aber (in einem etwas dubiosen Club) tatsächlich auf der Tanzfläche und konnten die Hüften schwingen. Schon komisch, aber irgendwie kam ich mir mit meinen 21 Jahren seltsam alt vor, denn 80% der Gäste waren dann doch irgendwie zwischen 18 und 19 Jahren alt. Mit vier Blasen unter den Füßen und schmerzenden Knien (die neuen Schuhe lassen grüßen) kam es uns dann aber auch gelegen, dass der Club um 2 Uhr die Schotten dicht gemacht hat. Nach einem kurzen Mitternachtsnack (Pams Mutter hatte diesen hervorragenden Applepie gemacht, dessen Reste dort einfach viel zu verlockend in der Küche rumstanden) sind wir dann gegen halb 4 in unsere Betten gefallen, um noch ein paar Stündchen Schlaf zu bekommen. Da Pam keine Kurse in Session B belegt und erstmal eine Weile in LA bleibt, wollten Nidia und ich nämlich mit dem Zug heimfahren und da Nidia gegen Mittag noch einen Termin hatte, bedeutete das für uns, dass wir schon um 9 Uhr am Bahnsteig zu stehen hatten. Auf der knapp dreistündigen Zugfahrt haben wir dann ein bisschen Schlaf nachgeholt, sodass wir gefühlt ruck zuck zurück in Santa Barbara waren. Den restlichen Samstag habe ich es mir auf dem Sofa mit einem Filmchen gemütlich gemacht und mich erst gegen Abend zu einem Strandlauf und schließlich zu einer neuen Marley House Party aufgerafft habe.

Am Sonntag stand dann ein Nachmittag am Strand und Dinner bei Ninas Mitbewohner auf dem Programm. Chad hatte Marle und mich eingeladen und uns vier (seine Freundin Leslie, Nina, Marle und mich) dann mit einem richtig guten Essen verwöhnt. Alles was wir zu tun hatten, war auf unserem Platz zu sitzen und uns seine vier Gänge schmecken zu lassen. Was für ein Luxus! Artischocke mit Aioli, knuspriges Brot mit getrockneten Tomaten, Mozarella, geröstetem Knoblauch und Karpern, selbstgemachte Gnocchis mit Wodkasauce und schließlich Organgen-Schokotrüffel! Köstlich! Daran könnte ich mich glatt gewöhnen! Im Gegenzug haben wir dann die Küche sauber gemacht…fragt mich nicht, was Chad dort angestellt hat, aber ich habe selten so ein Chaos gesehen. Naja, für dieses unverschämt gute Abendessen hätte ich so einiges getan ;-)…

Am Montag ist dann wiegesagt die neue Session gestartet und bisher geht es mir in meinem Kurs ein bisschen zu langsam voran. Immer wieder wird mir hier bewusst, wie wenig hier doch von den Studenten verlangt wird. Im Vergleich zu dem, was das Studium in Münster fordert, ist das hier echt gelacht! Aber gut, besser als wenn ich mich hier total überfordert fühlen würde!

Jetzt gleich kommt Nina Marle und mich mit ihrem neuen Auto (sie bleibt noch bis Dezember und ist seit letzter Woche stolze Besitzerin eines alten Toyotas!!!) zum Wasser kaufen, Sushi Essen und anschließender Vegas-Planung abholen!

So, dann lasst es euch mal ähnlich gut gehen! So langsam fehlt ihr mir daheim und ich kann mich schon wieder ein bisschen auf zuhause freuen :-)!

Viele liebe und (wie immer) sonnige Grüße,

Eure Kathrin