Final Week

Juni 10, 2009

Hallo Ihr Lieben,

alle Verdrängungsversuche haben nun ein Ende…es ist tatsächlich die letzte (!!!) Woche angebrochen. Mal abgesehen von den Vorbereitungen für die Final Exams kreisen die Gedanken eigentlich nur darum, dass es am Wochenende für alle heim oder zumindest weiter geht. Wir sind uns (fast) alle einig, dass unmöglich schon 2 1/2 Monate vorbei sein können! Da kann doch irgendetwas nicht stimmen! Wo ist die verdammte Zeit geblieben? Auch wenn ich diesen typischen TV-Schmalz von wegen „Wir sind wie eine Familie geworden“ absolut nicht ausstehen kann, aber ein bisschen ist es tatsächlich so. Wir haben so viel zusammen erlebt und so unheimlich viel Zeit miteinander verbracht, dass es für mich gerade einfach ganz unvorstellbar ist, dass ab Samstag alles anders werden soll. Und der Gedanke daran gefällt mir gar nicht. Würde am liebsten die Zeit anhalten oder alle Leute mit nach Santa Barbara nehmen! Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal erwähnt habe, aber generell bin ich heilfroh, dass ich mich dafür entschieden habe, das zweite Quarter an einer anderen Uni zu machen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich die einzige wäre, die hier bleiben würde, während andere mehr oder weniger unmittelbar nach Hause fliegen, dann wird mir ganz anders zu Mute. Ich glaube, ich würde mich dann doch ziemlich einsam fühlen hier. So fange ich halt einfach nochmal von neu an und hoffe, dass ich die ganzen Schwärmereien von Santa Barbara bestätigen kann. Habe mich jetzt entschlossen, dort ein kleines (Doppel)Zimmer in einer WG zu nehmen, weil die Wohnheimpreise einfach unverschämt waren. Nicht, dass ich jetzt günstig wohnen könnte, aber immerhin spar ich doch ein klein wenig. Jetzt war es in der letzten Zeit gar nicht so einfach, übers Internet etwas geeignetes zu finden. Mit Hilfe einiger Fotos habe ich jetzt aber doch eine Entscheidung getroffen und nun lasse ich mich mal überraschen, was mich dort so erwartet. Ich hoffe, es wird nicht die absolute Katastrophe! Also drückt mir die Daumen! Samstag Morgen werde ich mit Corinna das Auto in SF abholen, dann laden wir in Hayward unsere Koffer ein und dann geht es ganz entspannt den Highway #1 runter, schön an der Küste entlang. Die Nacht verbringen wir dann in Monterey und am Sonntag gehts weiter nach Santa Barbara. Dort werden wir beide (hoffentlich) dann die erste Nacht in meinem neuen Zuhause verbringen. Für Corinna geht es dann am Montag Morgen weiter zu einer Freundin nach San Diego und ich werde wohl mal Santa Barbara erkundigen, bevor am Mittwoch die erste Orientierungsveranstaltung von der Uni angesetzt ist! Wenn ich das hier so schreibe, erscheint mir das alles ganz ganz weit weg…komisches Gefühl!

Naja, erst einmal warten am Donnerstag noch zwei Finals auf mich. Die Lernerei hält sich nach den ganzen Papers, Projketen und Präsis in den letzten Wochen eigentlich in Grenzen und ich bin ganz guter Dinge. Morgen werd ich noch einmal versuchen, ein kleines bisschen Motivation aufzubringen (habe das Gefühl, dass ich unitechnisch noch nie weniger motiviert gewesen bin ;-)…) und dann kann der Donnerstag kommen! Abends wollen wir uns dann aus dem Leben schießen, das I-House abreißen und ja, die Sau rauslassen und das Ende gebührend feiern :-). Je nachdem wir fit wir am Freitag sind, gehts abends noch ein letztes Mal nach San Francisco zum Abtanzen! Ja, und Samstag….ihr wisst Bescheid!

In der letzten Woche hätte ich beinahe den peinlichsten Auftritt in meinem ganzen Leben gehabt. In einem meiner Kurse stand eine Gruppenpräsentation an und ein Mädel hatte darum gebeten, die Powerpoint-Slides zusammenzustellen und dafür zu sorgen, dass alles schön einheitlich ist. Nichts ahnend öffne ich am Mittwoch Morgen die zusammengefügte Präsi und mir fallen fast die Augen aus dem Kopf. Lila, Orange, Grün und Blau lachen mich dort fröhlich an, Text ist kaum noch zu erkennen, jede Folie hat ein anderes farbenfrohes Muser, Schrift ist in jeder Größe zu finden…das reinste Grauen! Der Gedanke, dass ich mich Nachmittags dort vor eine Klasse stellen soll, im Rücken diese furchtbare Power Point Präsentation, hat mir dann den ganzen Vormittag zerstört. Hauptsache wir müssen in Business-Kleidung auftreten (bloooß keine Jeans) und unsere Präsi sieht aus, wie eine schlechte Kindergeburtstagprogrammvorschau! Mein Versuch, die Präsi noch zu retten, ist leider auch gescheitert, weil die Gute für jeden Satz ein eigenes Textfeld erstellt hat und ich alle 40 Folien komplett neu hätte zusammenstellen müssen. Naja, ich habe mich im Vorfeld schon so für diese blöde Präsi geschämt, dass ich es kaum erwarten konnte, diesen grandiosen Auftritt hinter mich zu bringen. Habe meine Kritik dann auch geäußert und siehe da…2 min vor Beginn der Präsentation ist dann doch tatsächlich noch eine neue, schlichtere Version fertig geworden. Abgeschnittene Sätze und eine grausame Strukturierung, aber immerhin weiß, einfach weiß! So habe ich dann auch diesen Tag noch überstanden, ohne komplett meine Nerven zu verlieren.

Das anschließende Wochenende war wie gewohnt abwechslungsreich und gut. Freitag ging es nach Berkely, erst in die Stadt, in den besten CD Laden ever (10 $ für vier CDs, man kann dort einen ganzen Tag verbringen und stöbern und stöbern und stöbern…) und dann gemütlich in eine Bar. Samstag stand das BFD-Festival auf dem Programm, u.a. mit The Offspring, Yeah Yeah Yeahs und Metric. Nach zweistündiger Warterei auf unser Auto und einstündigem Schlangestehen vor dem Festival waren wir dann irgendwann auch endlich mittendrin im Geschehen. Etwas enttäuscht waren wir lediglich von den etwas lahmen Amerikanern…für Bands muss es ja das Paradies sein, in Europa spielen zu dürfen! Wir haben trotzdem alles gegeben und hatten richtig viel Spaß! Da um uns herum eh alle high waren, haben wir die Gelegenheit genutzt, um ordentlich abzuspacken. Das ganze fand auf vier Bühnen statt, die Hauptbühne umringt von einer riesigen Wiese (nicht umsonst Amphitheater gennant). Gut, dass wir uns im Vorfeld extra darum bemüht hatten, 8 Plätze nebeneinander zu bekommen…aber ich bin mir sicher, dass meine Decke auf Platz 182 in Reihe 146 lag ;-). Nach einem ziemlichen langen Samstag hat der Wecker uns am Sonntag dann recht früh wieder aus dem Bett geklingelt, denn Corinna, Isi und ich hatten uns erbarmt das Auto zurück nach SF zu bringen. Erstmal haben wir uns aber Bagels und Kaffee gekauft und schön am Golden Gate Beach gefrühstück. Urlaubsfeeling Pur! Ein letztes Mal ging es über die Golden Gate Bridge, da uns noch ein toller Aussichtspunkt fehlte und wir die Tatsache, dass wir ein Auto (plus Tankfüllung) zur Verfügung hatten, ausnutzen wollten. Und dann hieß es Abschied nehmen von San Francisco…(lassen wir den nächsten Samstag, wenn wir unser Auto holen, mal außen vor)…oh mann, wie ich mich in diese Stadt verliebt habe! Habe mir am Freitag erst einmal eine Janis Joplin CD gekauft, höre sie gerade rauf und runter, und bin jetzt im absoluten San Francisco Rausch!

Ja, soweit das Neuste von mir. Ansonsten hatte ich in der letzten Woche ziemlich viel Stress mit meinem Laptop, der so langsam den Geist aufzugeben scheint und sich zudem immer wieder geweigert hat, ins Internet zu gehen. Vielleicht liegts daran, dass ich letztens meinen Kaffeebecher über der Tastatur ausgeleert habe…Wenn ich mich also demnächst nicht mehr melde, dann wisst ihr Bescheid…

So, wir trauern jetzt gleich noch ein bisschen gemeinsam der schönen Zeit nach. Ihr seid nun wieder auf dem neusten Stand! Ist bei euch alles in bester Ordnung? Was gibt es neues?

Schicke euch wie immer etwas kalifornischen Sonnenschein und drücke euch!

Kathrin

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Update

Mai 30, 2009

Heyhey,

Eigentlich wollte ich mich gerade hinlegen und noch ein Stündchen die Augen zu machen, bevor es per Limousine nach San Francisco geht, wo wir gebührend Isis 21. Geburtstag feiern, aber ich glaub, ich schulde euch mal wieder ein kleines Update. Jetzt muss ich mich erst einmal anstrengen und überlegen, was denn in der Zwischenzeit so passiert ist. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug. Fange ich am besten mal beim letzten Wochenende an. Freitag ging es nach San Francisco, ein paar Neighborhoods erkunden, denn schließlich wollen wir San Francisco auch in und auswendig kennen, bevor wir uns hier schon in zwei Wochen (!!!) verabschieden müssen. Samstag hat der Wecker um halb 7 in aller Frühe geklingelt, denn der letzte Bundesligaspieltag durfte natürlich nicht verpasst werden! Abschließend stand ein „Funtrip“ nach Sacramento an, wo wir Arnie einen kleinen Besuch abstatten und uns anschließend Old Sacramento anschauen wollten. Kann man alles einmal gesehen haben, ist aber ehrlich gesagt auch nicht weiter spektakulär gewesen. Naja, bei kostenlosem Bus hin und zurück wäre man schön blöd gewesen, das nicht noch mitzunehmen. Und dank wunderbarem Wetter und einem leckeren Eis war es alles in allem auch ein netter Ausflug. Samstag Abend hatten wir eigentlich geplant, eine Bar in Hayward zu erkunden, da wir, obwohl wir jetzt nun schon seit 2 Monaten hier sind, von Hayward noch nichts gesehen haben, wenn man mal den Supermarkt und die Autovermietung außen vor lässt. Irgendwie ist das dann aber doch alles ins Wasser gefallen und wir haben eine kleine, aber feine Appartementparty gestartet. Viel zu spät ging es ins Bett und dementsprechend träge waren wir alle am nächsten Morgen. Also haben wir uns nach dem Brunch alle noch ein bisschen Schlaf gegönnt, bevor es wieder Richtung San Francisco ging, um dort das Auto für den Montag (Memorial Day und damit Unifrei) abzuholen. Wir sind dann bei leider weniger freundlichem Wetter noch gut 3 Stündchen durch San Francisco gecruist, bevor wir uns auf die Suche nach einer netten Bar gemacht haben. Irgendwie sind wir wieder im Castro Viertel gelandet und was da abgeht, kann man wirklich kaum in Worte fassen, sondern muss man einfach mal miterlebt haben. Herrlich! Weil die Jungs aus irgendeinem Grund nicht so gerne im Castro feiern gehen wollten, sind wir dann aber auch nach einer Weile weitergezogen und waren, wie kann es sein, letztendlich wieder viel zu spät im Bett. Mit erheblichem Schlafmangel haben wir uns am nächsten Morgen schon wieder um 8 Uhr getroffen, um unseren Ausflug nach Stanford zu starten. Stanford ist eine der Eliteunis hier, was wohl auch 25000$ Tuition Fees pro Quarter andeuten. Auch beim Campusvergleich kann die gute CSUEB dann nicht so ganz mithalten ;-). Von dort aus ging es ins Outlet Richtung Gilroy und gegen Abend geschafft aber hochzufrieden heim. Auch wenn es insgesamt sehr anstrengend war, war es doch wie immer ein schönes Wochenende! Ebenfalls wie immer musste daraufhin während der Woche jede Menge Unikrams aufgeholt werden, aber irgendwie lässt es sich letztendlich doch immer bewältigen. Ja, und jetzt steht schon wieder das Wochenende vor der Tür. Gestern haben wir in Isis Geburtstag hereingefeiert und heute können wir dann endlich ohne jegliche Bedenken feiern gehen! Und habe ich euch schon erzählt, wer morgen hier auf unseren Campus kommt? Jahaaa, Ludacris höchst persönlich J! Das lass ich mir natürlich nicht nehmen!

So, ich muss dieses etwas knapp geratene Update leider auch schon wieder beenden, denn die Dusche wartet auf mich.

Schicke euch sonnige Grüße (ich habe einen tollen T-Shirt Ärmel Sonnenbrand auf den Armen und kann jetzt heute abend nicht mal ein Top anziehen, ohne mich lächerlich zu machen ;-)) Hoffe, ihr seid alle wohlauf!

Kathrin

Yosemite National Park

Mai 18, 2009

Ratet mal, wo ich gerade bin? Jahaaaaa, wir liegen doch tatsächlich am Strand von Santa Cruz, lauschen dem Meer und den Seelöwen und lassen uns die Sonnen auf den Pelz scheinen! Herrlich! So kann man es aushalten…aber ich fang am besten mal von vorne an:

Die ersten Midterms und Paper waren eigentlch ganz erfolgreich. Ich kann euch voller Stolz berichten, dass in einem der beiden Kurse meine Article Summary sogar als Musterbeispiel auf unserer Online Plattform hochgeladen wurde und der beste Test ebenfalls meiner war…bin dementsprechend hochzufrieden (auch wenn ich mir so rein gar nichts dafür kaufen kann), aber vor allem fällt es mir schwer zu begreifen, wie das sein kann…

Die Anderen haben bisher ähnliche Erfahrungen gemacht; offensichtlich scheint das deutsche Bildungssystem (zumindest im Vergleich zum Amerikanischen) wohl doch nicht das schlechteste zu sein…

Am Freitagmorgen stand dann endlich das Wochenende im Yosemite Park vor der Tür, beginnend mit einem 30$ Strafzettel für fehlenden Parkschein. Hier steht noch ein Beschwerdebesuch beim Police Office an, da uns völlig unbegreiflich ist, in welcher der 30sek, die wir jeweils im Appartement waren, um unsere Ausrüstung zu holen und in den Kofferraum zu laden, der Strafzettel ausgestellt wurde. Natürlich haben wir uns nicht die Laune verderben lassen und bei bestem Sommerwetter und aufgedrehter Musik konnte es losgehen. Nach etwa einer halben Stunde stimmte das Navi, das wir dank Tim dabei hatten, so gar nicht mehr mit unserer Route überein und wir mussten feststellen, dass wir doch tatsächlich im Vorführungsmodus gefahren waren. Irgendwie waren wir aber gar nicht sooo falsch gefahren, sodass wir schon wenige Minuten später auf den Highway auffahren konnten, der uns von nun an schnurstracks (und das im wahrsten Sinne des Wortes) Richtung Yosemite führte. Die nächste Blamage ließ dennoch nicht lange auf sich warten: unser Tank wollte gefüllt werden! Ohne jeglichen Schimmer, wieviel so ein Tank fasst und wieviel uns das wohl kosten würde (gezahlt wird hier, bevor man tankt), vereinbarten wir mit der Tankwärtin, dass wir ihr einfach Geld geben und den Tank vollmachen würden und anschließend das Restgeld zurück bekämen. So weit, so gut, aber wieviel Geld sollten wir der Guten jetzt in die Hand drücken? Nach kurzem Zögern entschieden wir uns für 40$ , für die wir unseren Tank letztendlich wohl zwei mal hätten füllen können. Die nächste Hürde bestand darin, den Tankdeckel zu öffnen (was eigentlich gar nicht so schwierig ist, wenn man in die richtige Richtung dreht) und schließlich den Tankschlauch (wie nennt man das Teil denn richtig?) bis zum Tank zu ziehen.  Zu dritt mussten wir uns an den Schlauch hängen, da wir offensichtlich nicht ganz so optimal geparkt hatten. Von den anderen Tanksäulen schon belächelt, haben wir die ganze Situation letztendlich aber (fast) souverän gemeistert. Ohne weitere Zwischenfälle und nach insgesamt 4-stündiger Fahrt erreichten wir gegen Mittag unseren Campingplatz, schön mitten im Wald gelegen und inklusive Feuerstelle, Holztisch und -bänken sowie großer Bärenbox für unsere Lebensmittel. Ruckzuck stand dann auch unser Zelt und wir konnten uns Richtung Hetch Hetchy aufmachen, wo ein Stausee und erste Wasserfälle auf uns warteten. Für den Samstag hatten wir eine Wanderung zu den Lower und Upper Yosemite Falls geplant. Hätten wir vorher auch nur die leiseste Ahnung davon gehabt, was da auf uns zukommen würde, hätten wir uns die ganze Sache wohl noch einmal durch den Kopf gehen lassen, aber so kämpften wir uns drei Stunden lang die steinigsten Pfade hinauf. 1000 Höhenmeter auf einer Strecke von 5000m verlangten uns wirklich alles ab und die Strecke hätte wirklich keinen Meter länger sein dürfen. Irgendwie und irgendwann kamen wir dann aber oben an und wurden mit einer entsprechenden Aussicht belohnt. Dummerweise folgt nur auf einen Aufstieg auch immer ein weniger motivierender Abstieg, der zudem durch Schotter, Sand und kleine Felsen erschwert wurde. Mit höchster Vorsicht und zitternden Knien kletterten wir also Meter für Meter wieder hinunter. Wenn ich euch sage, dass wir uns am nächsten Morgen vor lauter Muskelkater kaum bewegen konnten, ist das vermutlich nicht weiter verwunderlich. Den Abend haben wir dann mit einem ordentlichen Schmaus aus selbst gegrillten Würstchen (dank Isi, unserer Feuermeisterin), Dosenspaghetti, Toast, Käse, Bier und Wein ausklingen lassen. Vor lauter Warnungen und dadurch hervorgerufenen Ängsten, die Nächte würden so richtig kalt werden, hatten wir uns im Vorfeld mit warmen Schlafsäcken, Fleece- und Bettdecken und den wärmsten Klamotten ausgestattet, um uns dann letztendlich stündlich ein Kleidungsstück vor lauter Hitze vom Leib zu reißen. Aber besser so als anders herum! Am Sonntag waren wir, wie bereits angedeutet, darauf bedacht, uns so wenig wie möglich zu bewegen. Wir hatten das Glück, dass der Glacier Point, der normalerweise erst Ende Mai öffnet, schon zugänglich war, und ich muss sagen, dass man sich kaum eine tollere Aussicht beim Bagel-Frühstück vorstellen kann. Fast hätten wir noch eine weitere Nacht im Park verbringen müssen (oder dürfen?), da Corinna auf einmal den Autoschlüssel nicht mehr wiederfinden konnte, sich aber letztendlich daran erinnerte, wo er ihr aus der Hosentasche gefallen sein könnte. Also machte Isi einen kurzen Ausflug in die Böschung und wir konnten weiterfahren. Es war schon ein seltsames Gefühl, bei offenen Fenstern und Sommerkleidung im Auto zu sitzen, während um einen herum eine dicke Schicht Schnee lag. Einmalig! Nach einem wirklich tollen, aber (wie soll es anders sein) viel zu kurzem Wochenende war die Ausicht auf eine Dusche das einzig Positive, was wir unser Heimfahrt abgewinnen konnten. So ein Miniurlaub ist schon etwas Feines! Die Woche enttäuschte unsere Erwartungen nicht und begann entsprechend bescheiden. Bei schönstem Wetter habe ich eigentlich jede freie Minute an meinem verdammten Schreibtisch verbracht, um alle ausstehenden Assignments noch rechtzeitig fertig zu bekommen. Zum Glück hatte ich wenigstens den heutigen Strandtag vor Augen…und weil es nun so weit ist und ich am Strand liege, möchte ich auch keine weiteren Gedanken an blöde Midterms, Projects und Presentations verschwenden, sondern nur noch den Stift beiseite legen  und die Seele in der Sonne baumeln lassen…

(kleine Anmerkung von Sonntagabend: Danke, liebe Sonne, für den wunderbaren Sonnenbrand und die Brandblasen unter den Füßen vom heißen Sand…es wäre schön, wenn ich bald wieder schmerzfrei laufen und sitzen könnte ;-)…)

Beste Grüße,

Kathrin

…nicht einmal mehr vier Wochen! Ich will hier gar nicht weg! Können wir die Zeit anhalten?

After-Midterm-Report

Mai 4, 2009

Es ist wieder einmal Sonntag und ich freue mich gerade darüber, dass ich meine wöchentliche „laundry“ hinter mich gebracht habe. Die Midterm-Woche ist Gott sei Dank vorbei, sodass ich mir heute einen ganz entspannten Sonntag leisten kann. Leider gibt das Wetter nicht sonderlich viel her, aber so habe ich immerhin die Gelegenheit, euch auf den neusten Stand zu bringen. Nach der erfreulichen Nachricht am vorletzten Donnerstag, dass der Midterm auch zwei Take-Home Essays enthält, musste ich den Trip ins Napa Valley leider canceln und mein Wochenende stattdessen in einem kleinen Study Raum verbringen. Zum Glück war ich nicht die einzige, die noch einiges zu tun hatte, sodass wir mit vier, fünf Leuten zusammensaßen. Die Essays haben einfach viel zu viel Zeit in Anspruch genommen und zusätzlich musste ich mich ja auch noch inhaltlich auf zwei Midterms vorbereiten.

Trotz Lernerei hat aber dann doch irgendwie alles halbwegs entspannt funktioniert und nun warte ich mal gespannt auf die Ergebnisse. Es ist ein Phänomen, mit welcher Gelassenheit einige amerikanische Studenten mal locker 15 min zu spät zur Prüfung kommen, um dann nach 8 ½ Minuten wieder abzugeben und nach Hause zu gehen. Zu dieser Zeit hatte ich nicht einmal die Hälfte meiner Fragen durchgelesen, aber nun ja, hier ist das anscheinend nichts Bemerkenswertes…auf jeden Fall wurde dem Ganzen keine besondere Beachtung geschenkt. Obwohl die Midterms vorbei sind, geht es leider direkt weiter. 3 neue Article Summaries wollen geschrieben und ein Web-based Training will entwickelt werden, hinzu kommt natürlich jede Menge Leserei und da das ganze nächste Wochenende schon verplant ist, muss ich wohl oder übel ab Morgen direkt wieder voll durchstarten! Das Wetter in der letzten Woche hat dann auch nicht gerade zu guter Laune beigetragen: erst richtig kalt und windig und dann auch noch strömender Regen! Andererseits habe ich so in den vielen Stunden im Study Raum nicht auf wertvolle Sonnenstrahlen verzichten müssen. So ging es dann am Freitag auch bei strömendem Regen zum Baseball nach San Francisco! Mit vier Pullovern und Wolldecke (Mama, was wäre ich ohne dich ;-)) ausgestattet, fühlten wir uns gerüstet für den Abend. Bis zuletzt hatten wir gehofft, der Regen würde Erbarmen mit uns haben, aber nein…es hat ununterbrochen geschüttet.

Nach 10 Minuten auf unseren eigentlichen Plätzen, zusammengekauert unter unseren Regenschirmen, haben wir es uns dann auf einer überdachten Tribüne gemütlich gemacht. Mit Sebastians Hilfe habe ich dann auch langsam die Regeln begriffen, sodass es gegen Ende sogar (fast) ein bisschen spannend wurde! Es kam mir seltsam bekannt vor, dass auch beim Baseball die meisten Leute irgendwann nach Beginn völlig entspannt eintrudelten (mit einer großen 7$ – Portion Garlic-Fries und einem 9$-Bier) und, Spannung hin oder her, schon vor Spielende sich wieder auf den Heimweg machten. Man könnte fast meinen, dass Pommes und Bier (oder was es sonst noch so zu Wucherpreisen zu kaufen gab) der eigentliche Grund sind, wieso man sich hier zu einem Baseball-Spiel begibt. Auch wenn Baseball jetzt nicht gerade eine Sportart ist, die einen vor lauter Action vom Hocker reißt, fand ich es doch richtig gut, mal dabei gewesen zu sein. Und mit einer Tüte sunflower seeds war man auch in den weniger aufregenden Momenten gut beschäftigt…

Aufgrund des anhaltenden schlechten Wetters am Samstag hatten wir Mädels die Wahl zwischen Museum, Kino und Shoppingtour. Vermutlich entgegen eurer Erwartungen, haben wir uns doch tatsächlich für das Museum entschieden und zwar das „Exploratorium, a museum of science, art and human perception“, angeblich eines der besten Museen der USA. Das Museum war viel mehr ein riesengroßer Spielplatz mit unzähligen kleinen Stationen, an denen man die verschiedensten Dinge ausprobieren konnte…von der Simulation einer Düne bis hin zu den tollsten Phänomenen der Wahrnehmung war wirklich alles dabei! Total begeistert haben wir alles ausprobiert, immer wieder gestaunt und uns faszinieren lassen. Da hat es auch kaum gestört, dass wir ansonsten größtenteils von Kiddies zwischen 6 und 13 umringt waren. Besonders im Bereich der Wahrnehmung habe ich mein halbes Studium wiedergefunden, was mich in die reinste Euphorie versetzt hat! So hat sich dieser (dann doch nicht ganz so regnerische) Samstag wirklich ausgezahlt! Abends ging es ähnlich gut weiter, nach dem Kulturprogramm wollten wir uns mal wieder eine Clubbing-Nacht in San Francisco gönnen. Mit 15 Leuten und zwei großen Taxis ging es Richtung San Francisco, wo wir uns dann auf der Tanzfläche ordentlich ausgepowert haben! Bis hierhin war das Wochenende also ein voller Erfolg und auch ein etwas ruhigerer Sonntag (an dem ansonsten wahrscheinlich Langeweile aufkommen würde) kommt heute allen entgegen.

Neben Uni und Wochenendplanung ist die „Swine Flu“ hier das Thema Nummer 1. Keiner kann so recht einschätzen, ob wir uns angesichts der Nähe zur mexikanischen Grenze nun in wirklicher Gefahr befinden oder ob alles halb so wild ist. Zusätzlich gehen natürlich noch 98401 Gerüchte herum, sodass man letztendlich gar nicht mehr weiß, woran man eigentlich ist. Aber es ist schon komisch, wenn man am I-House-Office vorbeiläuft und das Mädel hinter der Theke einen Atemschutz trägt oder Zwei von uns Deutschen vor lauter Sorge nur maskiert zum Baseball-Spiel gehen…

Alles, was wir von Uni und I-House-Seite bisher an Informationen bekommen haben, war eine hilfreiche Mail, die aus genau vier Bildern bestand: eine Schale Obst, ein Mann auf einem Laufband, ein offenes Fenster und eine Frau, die sich die Hände wäscht! An dieser Stelle vielen Dank für diese wertvollen und innovativen Ratschläge ;-)…

Es ist kaum zu glauben, aber die Hälfte unserer Zeit hier in Hayward liegt bereits hinter uns! Schon jetzt verfallen wir regelmäßig in Trauer und Sentimentalität, wenn wir darüber nachdenken, dass der ganze Spaß nur noch 6 Wochen dauert und man sich (wenn überhaupt) nur noch sporadisch sieht, wo man doch jetzt so schrecklich viel Zeit miteinander verbringt und das Gefühl hat, sich schon ewig zu kennen…

Und mit wem wird man die ganzen Erfahrungen, Erlebnisse und Anekdoten dann teilen?

Damit ihr schon mal ein bisschen vorbereitet seid, habe ich für euch einige der wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen im Aufeinandertreffen mit der amerikanischen sowie asiatischen „Kultur“ zusammen geschrieben. Vermutlich könnt ihr mit den meisten Punkten gar nichts anfangen, aber ich dachte, ich lass euch mal ein bisschen an dem teilhaben, was uns hier so bewegt ;-)….

Los geht’s…

  • Asiaten machen tatsächlich ununterbrochen „ohhhhh“ und „ahhhhh“
  • Asiaten genehmigen ihrem Gesicht jeden Morgen und Abend eine Gesichtsmassage, indem sie sich 5 Minuten das Gesicht abklopfen
  • Amerikaner kommen tatsächlich im Trainingsanzug in die Uni
  • In amerikanischen Toiletten steht das Wasser bis oben hin, sodass (angeblich) keine Klobürsten gebraucht werden
  • Wenn du „How are you doing today?“ gefragt wirst (und das wirst du gefühlte 34794 pro Tag), erwartet niemand eine Antwort von dir
  • Auf dem Highway darfst du nur die linke Spur benutzen, wenn mehr als 2 Leute in deinem Auto sitzen.
  • Fährst du 45 statt 35 m/hour und wirst erwischt, kannst du locker $1000 blechen.
  • Asiaten lassen immer und überall das Licht brennen (egal wie oft man es wieder ausknipst, am nächsten Morgen ist die ganze Bude beleuchtet)
  • Die Äpfel aus den Dining Commons zeigen auch nach vier Wochen nicht die leiseste Veränderung, erzählte man uns (Woran das wohl liegen mag?)
  • „No means no“ in Kalifornien (und wir uns Studenten in einer Power Präsentation explizit mit auf den Weg gegeben)
  • Nirgendwo schläft es sich besser als in der BART…
  • Ja, amerikanischen Studenten sind sich nicht sicher, ob die Katholiken dem Christentum angehören
  • Patrick vom I-House Staff vergibt Punkte dafür, wie gut wir geputzt haben (Danke Patrick, dass du uns wie 7-Jährige behandelst!)
  • Das I-House hat nichts besseres zu tun, als um 11 Uhr jede noch so kleine Party zu stürmen, penibel darauf zu achten, dass keine Unter-21-Jährigen anwesend sind und anschließend Verwarnungen per Mail zu verschicken und mit Community Service zu drohen
  • Kein Alkohol in der Fahrerkabine deines Autos! Wenn dein Kofferraum von der Kabine abgetrennt ist, hast du Glück: dort ist es dann erlaubt! (Juchhuu, wer wollte nicht schon immer in seinem Kofferraum Alkohol trinken?)
  • Der meist gehörte Satz in den Vorlesungen ist unangefochten „Does this make any sense?“ (Ja, rede weiter, verdammt!)
  • Asiaten geben sich Namen amerikanischer Prominenter, um uns nicht zu überfordern
  • Unser Soccer-Coach ist ziemlich cool und genau so, wie man sich einen amerikanischen Trainer vorstellt; zudem hat er ein bisschen was von dem Bauern Patcha aus „Königreich für ein Lama“

So, das war es fürs Erste! Nächstes Wochenende campe ich mit Isi und Corinna im Yosemite-National Park! Sofern wir nicht von Bären gefressen werden, werde ich euch sobald wie möglich davon erzählen, wie wir sie erfolgreich verjagt haben (oder ihnen hoffentlich erst gar nicht begegnet sind!)

Liebe Grüße,

Kathrin

Unistress!

April 26, 2009

Hallo meine Lieben,

leider schaff ich es nicht, euch das wöchentliche update zukommen zu lassen! 3 article summaries, 2 essays und 2 midterms nächste woche rauben mir gerade meine wertvolle  zeit!

ich melde mich wieder, sobald ich etwas luft habe!

Beste Grüße,

Kathrin

Der Sommer ist zurück!

April 20, 2009

Es ist Montagmorgen und ich bringe euch schnell auf den neusten Stand: Seit letzter Woche ist die Kurswahl vom Tisch, die Fristen sind abgelaufen und die Kurse stehen fest. Jeder „Open University“ Student darf drei undergraduate (oder zwei graduate) Kurse belegen und muss mindestens auf 12, aber höchstens auf 14 Units kommen. Geplant hatte ich eigentlich Arbeitspsychologie, psychologische Testdiagnostik und Pädagogische Psychologie II zu belegen…das Ergebnis des ganzen Hickhacks hier ist „Social Inequality“ (als Nicht-psychologisches Wahlpflichtfach, normalerweise anrechenbar), „Human Resources Development and Training“ (soll einen Teilbereich der Organisationspsychologie abdecken und ermöglicht mir mit ganz ganz ganz ganz ganz ganz viel Glück den Abschluss dieses Moduls) sowie „Religions of the World“ (ein Philosophie-Kurs, den ich aus reinem Interesse belege). Naja, hat ja fast so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte…

Diese Woche muss ich mich dann wohl auch mal wirklich den Vorbereitungen für die Mid-Terms nächste Woche Donnerstag widmen, denn zeitgleich steht auch noch eine sechsseitige Ausarbeitung an. In diesem Sinne starte ich heute in aller Frühe und (noch) voller Tatendrang in den Tag!

Ach, ich habe das wichtigste vergessen: der Sommer ist zurück! Seit Freitag ist es wieder richtig schön sommerlich und am Wochenende hat die Sonne wirklich alles gegeben! Das Wetter musste natürlich genutzt werden: Freitag ging es nach Berkeley in eine (proppevolle) Studentenkneipe, in der es ab 4 Uhr Nachmittags Pitcher zu Discount-Preisen gibt (je früher am Nachmittag/Abend, desto günstiger…). Das ganze glich irgendwie einem großen Volksfest und es kam so etwas wie fröhliche Tanz in den Mai- Stimmung auf. Solch eine Studentenkneipe fehlt uns leider wirklich hier auf dem Campus! Am Samstag bin ich mit Corinna und Felix (der praktischerweise ein Auto hat) nach Berkeley zum Windsurfen gefahren. Tja, aber um eure Begeisterungsstürme mal zu stoppen und in ein ungläubiges „Warum?“ zu wandeln: Ich selbst habe es dabei belassen, mir am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und den Beiden zuzuschauen (wenn ich nicht gerade vor mich hingedöst habe). Surfen hat mich (aus welchem Grund auch immer) noch nie so wirklich gereizt… Dann doch schon eher eine Fahrradtour durch San Francisco! Die stand am Sonntag auf dem Programm und war wirklich ein voller Erfolg. Dabei fing es gar nicht so gut an, denn nach einer viertel Stunde konnten Tim und Vitali sich schon wieder auf den Weg zum Fahrradverleih machen, weil Vitalis Kette beim ersten Anstieg gerissen war. Mit neuer Kette ging es dann Richtung Golden Gate Bridge, natürlich über die Brücke, nach Sausalitos und nach einem ordentlichen Picknick schließlich in die Stadt, an dessen Namen ich mich nicht erinnern kann und von der aus uns eine Fähre zurück nach Fisherman’s Wharf bringen sollte. Wir hatten geplant, die Fähre um 4.20 Uhr zurückzunehmen, um es dann noch rechtzeitig zum Dinner in den Dining Commons zurück nach Hayward zu schaffen. Tja, Pustekuchen! Als wir an der Reihe waren, unsere Fahrräder auf die Fähre zu schieben, war nur noch Platz für drei Fahrräder, wir aber waren zu sechst! So erhielten drei Männer hinter uns den Platz und es schien keinen zu interessieren, dass sich noch weitere Fahrräder einfach auf die Fähre schummelten, während wir brav und noch etwas ungläubig warteten. Da die nächste Fähre erst um 6.20 Uhr kommen würde, war unser ganzer toller Zeitplan dahin! Nach langem Beratschlagen beschlossen wir, ein zweites Picknick einzulegen und gemütlich zu warten, anstatt mit dem Fahrrad bis zum Verleih zurückzuradeln. Bei dem Blick auf San Francisco im abendlichen Sonnenlicht wurde dann auch das letzte kleine bisschen Ärger vergessen und wir konnten uns fast darüber freuen, die Fähre verpasst zu haben. Statt Dinner in den Dining Commons gab es dann noch einen guten „In-N-Out“Burger am Hafen, bevor es mit Bahn, BART und Taxi zurück nach Hayward ging.Ich glaube, während unserer Tour haben wir die Golden Gate Bridge nun wirklich aus jeder Perspektive gesehen. Von oben und unten, von links und von recht…das soll nicht heißen, dass sie ihren Reiz nun verloren hat. Im Gegenteil, diese Stadt ist einfach der absolute Wahnsinn! Die Tour gestern war ein wirklich toller Ausflug und versprühte so viel Urlaubsfeeling, dass jeglicher (vergangener oder kommender) Unistress vergessen wurde!

Jetzt habt ihr euch wieder nur mein Wochenendvergnügen anhören müssen und gar nichts Neues vom „American Way of Life“ erfahren. Naja, ich werde mal überlegen, welche netten Anekdoten ich euch beim nächsten Mal erzählen könnte…

Bis dahin schicke ich euch ganz liebe Grüße nach Hause,

eure Kathrin

Regen und mehr…

April 12, 2009

Diese Woche ist etwas Furchtbares passiert: Ich stehe am Dienstag Morgen in aller Frühe auf, denn ab 8 Uhr wird für uns Visiting Students die Online-Schlacht auf die letzten Plätze (oder eine möglichst hohe Warteliste-Platzierung) freigeschaltet. Da wir gezwungenermaßen also eh schon auf den Beinen sind, haben wir uns zum Joggen im Anschluss an die drei bis vier erforderlichen, heiß ersehnten Klicks verabredet. Ich verlasse das Haus und…die Spannung steigt…was ist das? Ich traue meinen Augen kaum! Träume ich noch? Oder waren die letzten zwei Wochen etwa ein einziger Traum? An der Reaktion der Anderen erkenne ich, dass sie gleiches durchleben! Wo ist der verdammte blaue Himmel, an den wir uns so gewöhnt haben? Den Gedanken kaum zuende gedacht, komm es jetzt knüppeldick: Erst ein, dann zwei, drei Tropfen und binnen weniger Minuten ein Sturzbach vom Himmel! Regen! Was soll das? Ich dachte…wir dachten, das gibt es in Kalifornien nicht! Sonnenhungrig, ja nahezu sonnengierig aus Deutschland angekommen, war es wohl Zeit, uns auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen (und das ausgerechnet dann, wenn ein jeder aus der Heimat hört, dass der Frühling nun endlich eingetroffen ist!)…

Genug der Dramatik…auch wenn sich dieses Szenario noch ausführen lassen würde, denn leider hielt das schlechte Wetter auch Mittwoch und Donnerstag an, sodass ich mehrmals gnadenlos vom Regen überrascht wurde und vor allem die allgemeine Laune schwer zu kämpfen hatte.

Ich weiß nicht, ob eine der plötzlichen Schauer auch der Grund dafür war, dass ich mich seit Dienstag nicht mehr so gut gefühlt habe. Mittwoch verstärkte sich jedenfalls der Eindruck und in der Nacht zum Donnerstag sah ich mich schon eine Woche mit fiebriger Grippe im Bett liegen. Zum Glück ist es dann doch nicht so schlimm gekommen. Nach einem weniger schönen Donnerstag mit Kopf-, Hals, Ohren- und Gliederschmerzen, war ich bereits am Freitag wieder mehr oder weniger fit. Leider wurde mir dann gestern auf dem Rückweg von San Francisco (ich habe nur für 20 Minuten die Augen zugemacht und vor mich hin gedöst) von irgendeinem Bösewicht die Stimme gestohlen, sodass ich seitdem kräftig herumkrächze. Man streitet sich darüber, ob ich wie eine leidenschaftliche Raucherin oder ein hungriger Vogel klinge oder ob sich in der Stimme sogar etwas Hocherotisches verbirgt ;-). So ganz scheine ich die Erkältung also doch noch nicht überwunden zu haben, aber ich bin zuversichtlich, dass ich mit der Hilfe meiner kleinen Apotheke alles in den Griff bekomme.

Nach dem ganzen Gejammer zu Beginn, sollen nun aber auch ein paar positive Erlebnisse folgen. Das absolute Highlight dieser Woche war wohl das ausstehende NBA- Spiel Golden State Warriors vs. Houston Rockets am Freitagabend. Ursprünglich hatten wir geplant, mit einer ganzen Meute hinzufahren, aber aufgrund kleiner und großer organisationstechnischer Probleme, waren wir vier Mädels (Corinna x 2, Isabelle und ich) schließlich die einzigen Glücklichen. Zugegeben haben wir die sehnsüchtigen Blicke der Jungs etwas genossen; wann wird man schon einmal so beneidet, wie wenn es um ein Basketball-Spiel geht?

Gegen Mittag haben wir uns also mit Bus und BART auf den Weg gen Oakland gemacht, wo wir in der Nähe der Halle noch unsere Karten abholen mussten. Da nebenan zeitgleich ein Baseballspiel stattfinden sollte, bot sich uns ein herrliches Bild: Der riesige Parkplatz vor Stadium und Halle glich einem einzigen Grillfest! Alle Baseballfans hatten einen Grill, Stühle, Proviant und alles was dazu gehört mitgebracht und es sich vor ihrem „zierlichen“ Pick-up gemütlich gemacht. Na wenn das mal keine angemessene Vorbereitung auf das abendliche Baseballevent ist! Jetzt waren wir diejenigen, die neidisch ihre Blicke haben schweifen lassen…zugegeben mit der ganz leisen Hoffnung, von irgendjemandem zu einem leckeren Steak eingeladen zu werden. Auch wenn diese Hoffnung enttäuscht wurde (wir waren ja schließlich auch zum Basketball da!), war der Rest des Abends den teuren Eintritt allemal wert. Mit Pommes, Chicken Wings und Eis ausgerüstet haben wir die tolle Atmosphäre in der Halle aufgesogen und die gesamte Ladung amerikanischen Patriotismus bei der Nationalhymne zu Beginn des Spiels live erleben dürfen. Die eine oder andere Gänsehaut war da schon unvermeidlich, zumal die Hymne live und vom allerfeinsten vorgetragen wurde! Auch das Spiel hat uns „Basketballexperten“ (wozu schon die Regeln oder Teams kennen) dann überzeugt und die Gestaltung der 12 Time-Outs hat immer wieder für jede Menge Vergnügen gesorgt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was in der Halle los war, als eine handvoll Pizzakartons verschenkt werden sollten! Keinen einzigen hielt es mehr auf seinem Sitz: es wurde gekreischt, gewunken und wild herumgesprungen, als ginge es um Leben und Tod (naja, immerhin um eine Pizza!). Zugegebenermaßen haben aber auch wir uns wie kleine Kinder (bzw. so richtig amerikanisch) gefreut, als ein jeder mit dem 100. Punkt für die Warriors einen BigMac for free abgesahnt hat. Alles in allem verging die Zeit wie im Flug und das ganze Spektakel war trotz einer Dauer von etwa 3 Stunden viel zu schnell vorbei. Der befürchtete Heimweg (Oakland ist abends nicht unbedingt die beste Gegend für vier Mädels) hat sich als völlig überbewertet erwiesen, da wir natürlich nicht die einzigen Zuschauer waren, die nach Spielende von der nur wenige Meter entfernten BART Station aus gen Heimat wollten. Dies kostete uns zwar 45 Extra-Minuten Geduld, aber gewährte uns doch den Schutz der gut gelaunten (und das obwohl die Heimmannschaften sowohl im Basketball als auch im Baseball verloren haben) und friedlichen Fanmenge.

Den Ostersamstag (Ostern fällt hier irgendwie komplett unter den Tisch) haben wir mal wieder in San Francisco verbracht. Praktischerweise wurde ein Funtrip vom ALP Office angeboten, sodass wir von einem kostenlosen Bus nach und zurück aus San Francisco profitieren konnten. Glücklicherweise war auch das Wetter wieder besser, was wiederum unglücklicherweise in einem kräftigen Sonnenbrand (ja, mein T-Shirt gestern hatte einen V-Ausschnitt) resultierte. Das Lao New Year Festival, der eigentliche Anlass des Funtrips, war wie erwartet nicht so der Bringer, sodass wir nach wenigen Minuten zu unserem eigenen Alternativprogramm übergegangen sind. Zunächst haben wir uns die Häuser und den Park angeschaut, in dem „Full House“ gedreht wurde und uns dann zu Fuß Richtung Castro Viertel begeben. Allen, denen das Castro Viertel kein Begriff ist, wird hiermit der Auftrag erteilt, sich „Milk“ anzuschauen ;-). Es handelt sich jedenfalls um das „Schwulenviertel“ (und das soll jetzt keinesfalls abwertend klingen) von San Francisco, was bei einem Spaziergang durch die Straßen auch kaum zu übersehen ist. Männer, Männer, Regenbogenflaggen und noch mehr Männer! Ich habe mich sofort in die Gegend verliebt: lauter kleine bunte Häuser, nette Cafés, tolle Läden, lebhaftes Treiben und eine fröhliche und ausgelassene Stimmung haben uns alle sofort in gute Laune versetzt. Aus welchem Anlass auch immer hatten sich viele der Männer in die buntesten, verrücktesten und auffälligsten Kostüme, die ihr euch vorstellen könnt, geschmissen, sodass es für uns noch mehr zu sehen gab! Herrlich!

Es ist wirklich Wahnsinn, wie viele verschiedene Facetten San Francisco hat. Von den kleinen bunten Häusern im Castro-Viertel über die typischen weißen „Vorstadthäuser“ bis hin zu den beeindruckenden Wolkenkratzern mitten im Stadtzentrum…und wir haben ja noch längst nicht alles gesehen! Mit dieser Euphorie schließe ich den Bericht jetzt mal und mache mich für den Sonntagsbrunch in den Dining Commons (oh, was wären wir ohne die Dining Commons!) fertig! Auch wenn bei euch das ganze Spektakel ja nun schon fast wieder vorbei ist, wünsche ich euch allen schnell noch „Frohe Ostern“ und viel Spaß beim Eiersuchen (das macht ihr ja wohl hoffentlich noch, oder?)!

Eure Kathrin

Kurswahl

April 6, 2009

Hallo zusammen…weil mich alle ständig fragen, wie das denn nun mit den Kursen hier läuft, dachte ich, ich erklär es euch mal schnell. Es ist so, dass wir „Open University“- Studenten sind, d.h. theoretisch Kurse aller Studiengänge wählen dürfen, sofern wir die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. So weit, so gut. Der große Haken bei der Geschichte ist, dass wir uns für die  Kurse erst nach den amerikanischen Studenten anmelden dürfen. Alles läuft natürlich online und unsere Anmeldung wird erst zum 7. April freigeschaltet. Nun ist es aber so, dass letzte Woche schon das Semester begonnen hat. Also sind wir brav zu allen möglichen Vorlesungen gedackelt, um einen ersten Eindruck zu bekommen und schon einmal mit den Professoren zu sprechen. Wenn die Kurse voll sind (was natürlich nicht so abwägig ist), gibt es nämlich eine Waitlist. Der Professor muss dann mit seinem Department sprechen und dafür sorgen, dass der Kurs vergrößtert wird, sodass wir (und alle, die auf der Waitlist vor uns stehen) uns noch online für den Kurs anmelden können. Hinzu kommt, dass letzte Woche natürlich schon die ersten Hausaufgaben verteilt wurden, Texte und Bücher gelesen (bzw. gekauft…Buchpreise variieren hier zwischen 50 und 300(!!!)$ pro Buch) werden müssen und überhaupt alles, was wichtig ist, online über das Blackboard läuft, auf das wir (wie soll es auch anders sein) noch keinen Zugriff haben. Klar ist auch, dass wir…wenn wir noch nicht wissen, in welche Kurse wir letztendlich kommen, uns nicht mal auf gut Glück alle Bücher kaufen können…keine Bücher heißt keine Hausaufgaben und so weiter und so fort…und alles darf natürlich nachgeholt werden…für mich bedeutet das zum Beispiel, dass ich allein für einen einzigen Kurs (sollte ich mich diese Woche für ihn entscheiden und einen Platz bekommen) bis zur nächsten Woche 400 Seiten lesen und eine 2-3seitige Ausarbeitung schreiben darf. Irgendwie ist im Moment also noch nicht so viel von dem versprochenen entspannten Studenten Dasein zu verspüren, von dem uns alle erzählen. Wir bemühen uns trotzdem, zuversichtlich zu bleiben…schließlich versichern uns auch die Studenten, die schon ein Quarter hier sind, dass letztendlich alles ganz harmlos sein wird.

Tja, und weil das ja noch nicht alles sein kann, habe ich auch noch das Glück, dass die Kurse, die ich brauche, entweder nicht angeboten oder auf einem anderen Campus (der mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen ist…vor allem nicht um halb 10 abends) gehalten werden. Wenn ich also sowieso keine Kurse bekomme, die ich mir anrechnen lassen kann, sollte ich doch eigentlich ganz entspannt sein, denn wen interessiert schon mein Abschneiden in Kurs XY? Blöd ist nur, dass ausgerechnet die Kurse, die interessant klangen und die ich mir angeschaut habe, besonders arbeitsintensive Kurse zu sein scheinen. In „Intercultural Communication“ sollen wir fast jede Woche einen Essay oder eine andere Ausarbeitung schreiben…ja besten Dank…da überleg ich mir doch zwei mal, ob ich mir das wirklich antun möchte. Nun ja, Ende der Woche oder spätestens zu Beginn der nächsten wird mein Stundenplan wohl feststehen und wie er auch ausschauen mag, zumindest darüber muss ich mir dann keine Gedanken mehr machen!

Abgesehen von der Kurswahl ist hier aber weiterhin alles top! Freitag haben wir uns Berkeley, eine wirklich tolle Studentenstadt, angeschaut und gestern gings nach Gilroy in ein riesiges Outletcenter. Abends haben wir dann mal das Nachtleben in San Francisco getestet! Eine Französin, die auch hier studiert, hat Connections zu einem Club, sodass wir alle einen Platz auf der Gästeliste hatten und mit über 20 Leuten losgezogen sind und die Tanzfläche gerockt haben. Hat super Spaß gemacht, auch wenn ich es mit dem Alkoholkonsum wohl ein bisschen übertrieben habe und der schöne Sonntag damit verbracht wurde, wieder unter die Lebenden zu kommen ;-). Davon abgesehen, kosten Eintritt, Drinks und Taxi ein halbes Vermögen, sodass man kann sich so einen Abend wohl leider nicht jedes Wochenende leisten kann…

So, jetzt wird noch ein bisschen der Geburtstag vom Tim gefeiert! Ich glaube aber, dass es eher ein ruhiges Zusammensitzen sein wird, da ich nicht die einzige bin, die noch mit den Nachwirkungen dieser Nacht zu kämpfen hat und ganz nebenbei steht morgen ja auch mal wieder die Uni auf dem Plan!

Erster Unitag

März 31, 2009

Jahaaa, heute war es tatsächlich so weit: Unistart! Der in den letzten Tagen eher ausgestorbene Campus war plötzlich voller Menschen, ein richtig angenehmes buntes Treiben. Leider ging es für mich nicht ganz so fröhlich los, da ich in meinem ersten Kurs doch ziemlich abserviert wurde und nach nur zwei Minuten den Klassenraum verlassen durfte! Während alle anderen also von ihren ersten Kursen zurück kamen und begeistert vom freundlichen Empfang und offenen und herzlichen Professoren schwärmten, war ich schon etwas geknickt. Irgendwie hatte ich mir die ganze Sache anders vorgestellt! Naja, der Vorteil war, dass es ja nur aufwärts gehen konnte. Und das tat es dann auch: Lunch in den Dining Commons! Salatbar, Pizza, Pasta und Sandwich (beides zum selbst zusammenstellen), Asiatisches Essen, Überbackenes, Früchtetheke, Desserts, Waffeleisen, Kaltgetränke und Kaffee und vor allem ALL YOU CAN EAT! Aber es kam noch besser: Als ich mich gut gesättigt und hoch zufrieden zurücklehne, entdecke ich ganz hinten in der Ecke eine…Trommelwirbel…Softeis-Maschine! Oh man, jeder Widerstand war zwecklos und ich habe mir erst einmal eine schöne Portion Softeis (mit allerlei Streuseln und Soßen) kreiert! Tja, so schnell ging es mit der Laune also auch wieder aufwärts. Dank der Joggingrunde am Morgen sogar mit halbwegs gutem Gewissen…

Heute Abend stand dann der nächste Kurs dann und siehe da, ich durfte bleiben. Der erste Eindruck vom Kurs (Ethics and Law Admin) war durchaus positiv, auch wenn es doch sehr anstrengend ist, dem schnellen amerikanischen Englisch folgen zu wollen (zumal der Kurs von 18 bis 21:30 geht!). Die Dozentin war richtig super und ich werde mal schauen, ob ich diesen Kurs beibehalten werde…diese Woche wird ja erst einmal alles ausgetestet. Ein bisschen geschockt hat es mich ja ehrlich gesagt, als ich mit dem konfrontiert wurde, was so zu leisten ist…Hausaufgaben, Ausarbeitung, Mid-Terms schon in 4 Wochen, mündliche Mitarbeit (die wird doch tatsächlich mit in die Note eingerechnet) und dann natürlich noch die Final Exams. Joah…irgendwie hatte ich in der letzten Woche fast vergessen, dass ich ja zum Studieren hergekommen bin…

Davon abgesehen, musste ich auf jeden Fall ein bisschen schmunzeln, als ich meinen Blick so durch das Klassenzimmer habe schweifen lassen. Vom HipHop-Fan in XXL-Klamotten, über die „Liebe Brave“, den „Bösen“, den Sportsfreak bis hin zu Vertretern von mind. 8 Nationen waren genau die Leute anwesend, die man auf der Grundlage amerikanischer Filme auch erwartet hätte :-)…

Ja, und weil der erste Unitag heute schon anstrengend genug gewesen ist, ist morgen erst einmal ein Feiertag (Cesar Chavez-Day) angesagt…das bedeutet keine Uni, Brunch in den Dining Commons und ab nach San Francisco :-)!

Neue Handynummer

März 30, 2009

So, ich habe nun endlich eine amerikanische SIM-Card…meine neue Nummer ist: 415 298 2425

Auch wenn mich der SMS-Empfang weiterhin kostet, freue ich mich natürlich über Nachrichten von euch!